Frag den Rabbi – Wie backte man Mazzot in der Bibel?

Rabbi-CoolClips_vc074807
DeutschUm für Pessach geeignet zu sein, müssen Mazzot innerhalb von 18 minuten geknetet und gebacken werden. FRAGE: In Exodus 12:34 liest man, dass die Kinder Israel den Teig in ihren Bmatza-no_copyrightacktrögen eingebunden, auf ihre schultern luden. Sie backten ihn, als sie Ägypten verliessen. Reichten dafür 18 Minuten ?

Wir müsen nicht, Halacha (Religionsgesetz) mit Geschichte verwechseln. Es gibt zwei geschichtlichen Gründe, wieso wir Matzot essen. 1) dass zur Zeit des Auszugs unsere Vorfahren keine Zeit hatten, um Baguette oder bayrische Brezen zu backen, und 2) Weil Brot nur für die Aristokratie war, und unsere Vorfahren die versklavten Hebräer es nie haben durften.

Der erste Grund symbolisiert die nun unbremmsbare Befreiung des jüdischen Volkes aus Ägypten; der zweite Grund das Elend der Versklavung. Damit ruft die Mazza sowohl glückliche als elendige Erinnerungen hervor.

Im Andenken daran, backen wir Mazzot, und zwar nach den Vorschriften der Halacha (des Religionsgesetzes). Dabei ist es beim Backen nicht das Ziel, ein Theaterstück aufzuführen, sondern die Symbole so genau zu produzieren, dass jeder Jude (und jeder Teilnehmer und Zuschauer am Seder) direkt weißt, das wir da kein normales Brot, sondern Mazzot hat. Deshalb und für andere zusätzliche Gründe, die mit der inneren Entwicklung von Gesetz zu tun hat, ist die Halacha viel strenger, als die Geschichte.

Übrigens hätten wir das aber auch innerhalb der Entwicklung der Halacha sehen können. Nach dem pentateuchalen Gesetz (also nach dem „Din deOraita“), müssen Sie Ihre Mazzen nicht innerhalb von 18 Minuten backen. Es reicht das Teig zu beobachten und zu verhindern, dass es Chamez wird. Notfalls schnell kneten oder im eiskalten Wasser eintauchen.

So lehrt die Mischna (Pessachim 3:4-5):

רבי עקיבא אומר … זה הכלל: תפח תלטוש בצונן:

(ה) שיאוּר ישרף, והאוכלו פטור.

סידוק ישרף, והאוכלו חייב כרת.

איזהו שיאוּר“? – כקרני חגבים.
סידוק“? – שנתערבו סדקיו זה בזה, דברי רבי יהודה.

וחכמים אומרים: זה וזה, האוכלו חייב כרת.

ואיזהו שיאוּר? – כל שהכסיפו פניו, כאדם שעמדו שערותיו.
§4) Rabbi Akiva sagt, die Grundregel ist: blähte [d]er [Teig] sich auf, so klopfe sie [ihn] mit kaltem Wasser.

§5) Sauer gerwordener Teig muss verbrannt werden, wer ihn aber isst, der ist frei. Rissiger Teig muss verbrannt werden; und wer ihn isst, ist der himmlischen Todesstrafe Karrett schuldig.

Was ist „sauer gewordener Teig“? Wie Fühlhörner der Heuschrecken. „Rissiger Teig“? In dem sich die Risse sich bereits miteinander verbinden. So sagt Rabbi Jehuda.

Die Weisen sagen: Sowohl diesem als diesem, wer davon isst, ist der himmlischen Todesstrafe Karrett schuldig. Was ist alsdann „sauer gewordener Teig (für dessen Konsum man keine Karret-Strafe bekommt)? Jeder, der blaß geworden ist, wie jemand dessen Haare zu Berge stehen.

Aber weil Chamez am Pessach derart streng untersagt ist, gönnen wir dem Chamez keine Chance, sich in unseren Mazzen zu entwickeln, und kneten und backen wir die Mazzen innerhalb 18 Minuten.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: