Berlin ist „zwischen Jerusalem und Rom“

January 1, 2020

20191104 - Fachkonferenz DBK und ORD Gruppenbild

Austrian-German_Swiss_flags-tinyAus dem neuesten ORD-Magazin: Rabbiner Arie Folger aus Wien schloss sich am Sonntag 3. November Rabbinern der ORD in Berlin für eine Tagung mit katholischen Bischöfen an. Anbei ein Interview zu dieser Tagung und zur Bedeutung interreligiöser Begegnungen.

Herr Rabbiner Folger, Sie kommen soeben von einer interreligiösen Fachtagung der ORD mit der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zurück. Finden Sie solche Begegnungen wichtig; wenn ja, wieso? Read the rest of this entry »


Gefahr für den Dialog?

January 1, 2020
450px-Ecclesia_and_Synagoga_in_Metz_01

Synagoga auf der Fassade der Kathedrale in Metz

Austrian-German_Swiss_flags-tinyDas jüngste Traktat von Benedikt XVI. zu jüdisch-christlichen Fragen steht in der Kritik. Der Text ist stellenweise problematisch. Doch kann er nicht mit Maßstäben des interreligiösen Dialogs gemessen werden. [Erschien in der Jüdischen Allgemeine am 16.07.2018]

Als sich am 26. Oktober des vergangenen Jahres jüdische und katholische Vertreter im Wien versammelten, um die festliche Übergabe der deutschen Fassung der rabbinischen Deklaration »Zwischen Jerusalem und Rom« zu feiern, trocknete die Tinte der letzten Zeilen einer Schrift des emeritierten Papstes Benedikt XVI. Diese erschien jetzt in der theologischen Zeitschrift »Communio« – und macht Schlagzeilen.

In der öffentlichen Diskussion heißt es, dass unsere Erklärung völlig ignoriert werde und der Text gegen den Geist der mittlerweile mehr als 50 Jahre alten katholischen Deklaration Nostra Aetate wirke, dem christlich-jüdischen Dialog erheblicher Schaden zugefügt und sogar am Fundament für neuen Antisemitismus auf christlicher Grundlage baue. Stimmt das? Read the rest of this entry »


Marathonkonzertlesung “Die Freiheit Kam im Mai”

October 2, 2019

12185765_xxl
DeutschAm 7. Oktober 2018 fand auf dem Wiener Stephansplatz die 14-stündige Marathonkonzertlesung des Buches „Die Freiheit kam im Mai“ des ehemaligen Häftlings im KZ-Mauthausen Iakovos Kambanellis statt. Der Veranstaltungstag wurde zur Erinnerung an die wahrscheinlich größte Anti-Nazidemonstration auf einem vom Deutschen Reich besetzten Gebiet gewählt. Die Marathonkonzertlesung ist nun in 12 Videofilmen auf dem YouTube Kanal “Marathonkonzertlesung – Die Freiheit kam im Mai” abrufbar. Den Ehrenschutz übernahmen Kardinal Christoph Schönborn, der lutherische Bischof Michael Bünker, der Oberrabbiner Arie Folger, der Metropolit Arsenios Kardamakis, der Altpräsident Österreichs Heinz Fischer und der Altpräsident Griechenlands Karolos Papoulias.

Caritas-Präsident Michael Landau war dabei, Schauspieler Harald Krassnitzer und Schauspielerin Adele Neuhauser sowie Altbundespräsident Heinz Fischer: Sie gehören zu den 100 Persönlichkeiten, die am 7. Oktober 2018 in einem Zelt auf dem Wiener Stephansplatz aus dem Buch des griechischen Schriftstellers Iakovos Kambanellis gelesen haben. Read the rest of this entry »


Zwischen Jerusalem und Rom – die offizielle deutsche Fassung

October 30, 2017

Die formelle Übermittlung der wortwörtlichen deutschen Fassung der Deklaration Between Jerusalem and Rome vom Rabbinat und Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde Wien an Kardinal Christoph Schönborn am 26.10.2017

Gedanken zu 50 Jahren Nostra Aetate

Austrian-German_Swiss_flags-tinyPräambel

In der biblischen Schöpfungsgeschichte formt Gott einen einzelnen Menschen als Vorfahr der gesamten Menschheit. Die unmissverständliche Botschaft der Bibel ist also, dass alle Menschen Mitglieder einer einzigen Familie sind. Nach der Sintflut wird diese Botschaft in der Erzählung von Noach bekräftigt, indem diese neue Phase der Geschichte wieder von einer einzelnen Familie eingeleitet wird. Am Anfang bezieht sich die göttliche Vorsehung auf die universelle, undifferenzierte Menschheit.

Als Gott Abraham, Isaak und Jakob auserwählte, vertraute Er ihnen einen doppelten Auftrag an Read the rest of this entry »


How and Why the Declaration “From Jerusalem to Rome” Came About

September 4, 2017

EnglishOn August 31st 2017, Rabbis representing the Rabbinical Council of America, the Chief Rabbinate of Israel and the Conference of European Rabbis presented a declaration to Pope Francis, entitled From Jerusalem to Rome, Reflections of 50 Years of Nostra Aetate. That declaration includes a somewhat lengthy theological and historical introduction. To someone not steeped in the fine points of Jewish Christian dialogue, be he Jew or gentile, the finer theological points made in the introduction may be a little mystifying. Here is a short paper about our declaration — How and Why the Declaration From Jerusalem to Rome Came About. Read the rest of this entry »


A historic declaration: Between Jerusalem and Rome

August 31, 2017



English
After two years of work, I had the great honor today of handing over a historic declaration by leading Orthodox rabbinic organizations to Pope Francis. The declaration is the fruit of an international committee I chaired, which included representatives of the Conference of European Rabbis, the Rabbinical Council of America and the Chief Rabbinate of Israel.

Here is the full text of our declaration, including our philosophical, theological and historical consideration. Read the rest of this entry »


Kartelle und Monopole

August 18, 2017

Austrian-German_Swiss_flags-tinyDie Jüdische Allgemeine hat vor kurz meinen Beitrag zur Debatte bezüglich des vermeintlichen illegalen Kartels der großen Autohersteller veröffentlicht.

Was Politiker aus dem Talmud über den Umgang mit skandalösen Absprachen lernen können

Die deutsche Autoindustrie hat sich seit den 90er-Jahren in geheimen Arbeitskreisen über die Technik, Kosten, Zulieferer und sogar über die Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge abgesprochen. An den Absprachen waren laut Schriftsatz des VW-Konzerns alle großen deutschen Autobauer beteiligt«, berichtete der »Spiegel« vor wenigen Wochen.

Fünf große deutsche Autohersteller sollen technische Einzelheiten vereinbart haben. Diese sollen zum Dieselabgasskandal geführt haben, weil die vereinbarten Standards nicht ausreichten, um die Ausstöße tatsächlich von Abgasen zu säubern. Das vermeintliche Kartell vereinbarte aber auch die Auswahl der Lieferanten und die Preise verschiedener Fahrzeugbauteile.

Inspiration

Die Staatsanwaltschaft wird nun zuerst prüfen müssen, ob Grundlage für eine Anklage besteht. Wird vor Gericht tatsächlich Anklage erhoben, werden die Richter entscheiden müssen, welche Sanktionen fällig werden. Können Staatsanwaltschaft, Richter und Gesetzgeber diesbezüglich aus Talmud und Halacha Inspiration schöpfen und allgemeine Richtlinien entnehmen? Was sagt die Halacha zu Kartellen und deren Vereinbarungen? Read the rest of this entry »