Die trockene Gebeine, die zum Leben erwachten (Gastbeitrag zur Haftara von Schabbat Chol haMo’ed)

April 13, 2017

Detail der Knesset Menora von Benno Elkan, der die Wiederbelebung der trockenen Gebeinen abbildet

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Frau Dr. Chani HinkerDie Haftara am Schabbat Chol HaMo’ed Pessach beschreibt die Vision des im babylo­nischen Exil wirkenden Propheten Jecheskel (Ezekiel), die berühmt ist für ihr Versprechen der Auferstehung der „verdorrten Gebeine“ (Jecheskel 37:1-14).

Jecheskel befindet sich in einem Tal voll ver­dorrter Gebeine. Der Prophet spricht die Gebeine im Namen des Ewigen an: „Siehe, ich will einen Odem in euch bringen, dass ihr sollt lebendig werden … Ich will euch Adern geben und Fleisch lassen über euch wachsen und euch mit Haut überziehen … und ihr sollt erfahren, dass ich der Ewige bin“ (37:5-6). Die Knochen verbinden sich zu ganzen Skeletten, „es wuchsen Adern und Fleisch darauf und sie wurden mit Haut überzogen“ (37:8). Aber das Tal liegt immer noch im Schatten des Todes. Read the rest of this entry »


Ist Heiligkeit ansteckend?

April 6, 2017

Austrian-German_Swiss_flags-tinySind die Gesetze der Tieropfer in der Tora nur arkane und in der heutigen Zeit nicht relevanten Regel und intellektuelen Merkwürdigkeiten? Oder können wir vielleicht sogar moralische Lehren für den Alltag aus den Einzelheiten dieser Gesetze ziehen?

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Welche Bedeutung haben Feueropfer heutzutage noch?

March 30, 2017

Austrian-German_Swiss_flags-tinyDas Thema der zwei ersten Wochenabschnitte des Buches Wajikra, fällt uns Kindern der Moderne schwer zu begreifen. Der Abschnitt Wajikra listet die unterschiedlichen Tieropfer, die ein Jude bringen konnte, und der Abschnitt Zaw erläutert, was die Kohanim (dynastische Priester) damit im Stiftzelt und später im Tempel in Jerusalem zu tun hatten. Dass wir uns schwer tun, es zu verstehen, überrascht nicht, schließlich liegt der Bejt haMikdasch, unser Heiligtum in Jerusalem und der heiligste jüdische Ort auf Erden, seit seiner Zerstörung durch die barbarischen Römer vor über 1900 Jahren, in Trümmern.
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Ner Tamid – Das ewige Licht

March 8, 2017

Austrian-German_Swiss_flags-tinyIn der Synagoge brennt ein Licht, dass nie ausgelöscht wird. Es brennt Tag und Nacht. Kommt man nachts oder frühmorgens in die Synagoge, bevor das Licht eingeschaltet wird, richtet sich unser Blick unmittelbar auf das kleine winzige Licht einer Glühbirne oder einer Öllampe, das einen großen Schatten an die Wände wirft.

Wer leider einen nahen Verwandten verloren hat, weiß, dass getrauert, Kaddisch gesprochen und ein Licht angezündet wird. Zahlreiche Leute zünden am Anfang der Schiwe-Trauerwoche eine Kerze an, die eine ganze Woche brennt, und andere Leute sorgen sogar dafür, dass diese Kerze wiederholt abgelöst wird, damit ein ganzes Jahr lang, bis zur ersten Jahrzeit, im Trauerhaus eine Kerze brennt.

Woher kommt der Gedanke des ewigen Lichtes und was symbolisiert es? Read the rest of this entry »


Hozaa weHachnassa — Bedeutungen und Bräuche des Aus- und Einheben der Tora

February 14, 2017

Torah - חגיגת_החומש

Austrian-German_Swiss_flags-tinyAls wir nach einem einjährigen Aufenthalt am Fuß des Berges Sinai zum Heiligen Land auf­brachen, ertönte ein Schofarschall, der verkündete, dass es nicht mehr verboten war, den Berg zu betreten (cf. Schemot 19:13); der Ort war nicht mehr heilig. Wohin ging die Heiligkeit jenes Ortes, an dem G”tt sich vor hunderttausenden und millionen Menschen mit Donner, Blitz, dichtem Nebel, Feuer und einer nicht aufhörenden Stimme offenbart hatte? Verschwand jene Heiligkeit? Einfach so? Read the rest of this entry »


Die Macht des Gesanges – Gastbeitrag

February 9, 2017

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Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Oberkantor Shmuel Barzilai

Damals sang Mosche mit den Kindern Israels dieses Lied dem Ewigen.” (Schemot 15:01)

Gerade erst hatten die Benej Jissraël Ägypten verlassen und das große Wunder der Meeresspaltung erlebt, dann sangen sie ein Loblied, das wir Schira nennen. Die erste Frage, die sich hier stellt ist, was ist an einer Schira, einem Loblied, so beson­ders, das genau dieses die erste Reaktion auf das Wunder war? Die zweite Frage ist, wieso singen die Benej Jissraël erst jetzt? Waren die Wunder um den Auszug von Ägypten nicht genug um ein Loblied anzustimmen? Read the rest of this entry »


Die Vorbestimmung, frei entscheiden zu können – Gastbeitrag

February 2, 2017
Rabbiner Samson Raphael Hirsch

Rabbiner Samson Raphael Hirsch

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Rabbiner Schlomo Hofmeister

Gleich zu Beginn unseres Wochenabschnitts werden Mosche und Aharon zum wiederholten Male von G”tt beauftragt, Par’o (der Pharao) aufzusuchen um ihn zu warnen, dass eine weitere Plage über das Land Mitzraijm (Ägypten) hereinbrechen werde, wenn er die Kinder Jissraëls nicht endlich ziehen lässt. Dies wissen wir jedoch nur aufgrund der uns bekannten, daraufhin folgenden Ereignisse und Read the rest of this entry »