Meine besondere andere Liebe (Ansprache zu Kol Nidrej 5778 im Wiener Stadttempel)

September 30, 2017
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Der Stadttempel während des Kantorenkonzertes im Herbst 2016. Von Jom Kippur kann ich ja selbstverständlich (und hoffentlich) keine Bilder zeigen.

Austrian-German_Swiss_flags-tinyLiebe Freunde,

Toll, dass Ihr da seid, dass wir zahlreich zu Kol Nidrej und Ma‘ariw erscheinen. Ich betrachte es als einen der Höhepunkte des Jahres, dass wir in wenigen Minuten alle zusammen das Schema Jissraël sprechen werden. Jascher Koach!

Heute Abend möchte ich über eine große Liebe von mir sprechen. Nein, ich meine nicht von meiner Frau, die ich sehr tief liebe und der ich dauerhaft Dankbarkeit schulde, nein, ich möchte von einer anderen großen Liebe sprechen, und ich verspreche, dass meine Frau mir das verzeihen wird.

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Jom Kippur -> Etrog -> Berejshit

September 18, 2015

DeutschDie vier landwirtschaftliche Arten, die wir an Sukkót in die Hände nehmen und zum Lob G”ttes während des Hallél-Lobgebets schwingen, sind mysteriös und mit Symbolik gefüllt. In die folgenden Predigten werden erforscht: die Verbindung zwischen Jom Kippur und Etrog, die Verbindung zwischen dem Etrog und der Schöpfungsgeschichte, die zum ersten Schabbat nach Sukkót gelesen wird, sowie die allgemeine Haltung bei der Einhaltung der Mizwót, die zu die persönliche Erfüllung führt, oder eben nicht.


Hört G“tt unsere Gebete?

October 2, 2014

DeutschIMG_2955Wer hat nicht ein Gebet tief aus dem Herzen gesprochen und gehofft, es schnellstens in Erfüllung zu sehen, doch wartet noch immer darauf. Wenn mein Gebet nicht verwirklicht wird, heißt das, dass mein Gebet verworfen wurde? Bin ich also einfach im Himmel total unbedeutend? Nutzt mein Gebet noch für was? Read the rest of this entry »


Sind unsere individuelle Taten von Bedeutung?

October 2, 2014

DeutschIMG_2955Im Mittelpunkt der zehn Bußtage, die mit Rosch haSchana anfangen und mit Jom Kippur enden, steht unseres persönliches Benehmen während des vergangenen Jahres, und unsere Entschlossenheit, unser Vornehmen, wie wir unser Leben für das nächste Jahr gestalten wollen. Das heißt, an diesen Tage legen wir Rechenschaft ab, über unseren Taten. Sind unsere Taten aber wirklich von Bedeutung?

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Ein Plädoyer für die einfachen Gebete

September 10, 2013

Schma Jissrael – ein Plädoyer für die einfachen Gebete1

Deutsch539px-Knesset_Menorah_Shema_InscriptionSoeben fing unser neues Jahr 5774 an, aber es gibt kein Feuerwerk, kein Jubel, keine Leichtsinnigkeit. Na gut, Neujahr ist bei uns eine ernste Sache, aber im Gegenteil zu Jom Kippur gibt es heute auch keine besondere Gebete, es wird fast das normale Ma’ariw gebetet, das uns von Freitagabend und sogar Wochentagsabend bekannt ist. Anders als morgen hören wir jetzt kein Schofarschall, und es gibt auch keine andere bombastische Zeremonie.

Wird das neue Jahr etwa bescheiden eingeführt? Read the rest of this entry »


Der Schrei des Unterdrückten und die Aufforderung zur Verantwortung

November 11, 2012

DeutschDie Gedenkstunde der Reichspogromnacht im alten Rathaus in München, 8. Nov. 2012. Und anbei die Ansprache und das Gebet meiner Wenigkeit (Klicken Sie hier »).

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Alle sind gleich vor dem Schabbat, dem hochmodernen Ruhetag

March 4, 2012

DeutschBossard,_Jenny_-_Familie_am_KaffeetischWir haben uns so daran gewöhnt, jede Woche einen freien Tag zu haben, dass wir uns kaum bewusst machen, wie fremd der Gedanke eines Ruhetags in vergangenen Zeiten war. In unserer Gesellschaft schätzen wir Ruhetage sehr: Wir haben eingeführt, dass es pro Woche nicht nur einen, sondern zwei gibt, und haben so das Wochenende geschaffen. Wir haben völlig vergessen, wie außergewöhnlich die Idee einer regelmäßigen Ruhe ist. Wir spüren kaum noch, wie jung das arbeitsfreie Wochenende ist.

Vor nicht so langer Zeit war schon ein Ruhetag pro Woche ein Luxus; an ein zweitägiges Wochenende war schon gar nicht zu denken. Bevor bezahlte Ferientage üblich wurden, konnten sich nur Reiche Ruhe und Freizeit leisten. Und bevor das Christentum die jüdische Idee des Schabbats1 verbreitete, war selbst ein wöchentlicher Ruhetag unvorstellbar … ausser bei einem kleinen, eigenartigen Volk … dem Volk Israel. Kurz nachdem sie das Land ihrer Knechtschaft verlassen hatte, stand ein Haufen befreiter Sklaven, die die Niederlage ihrer Herren miterlebt hatten, am Fusse des Berges Sinai und hörte:

Gedenke des Schabbat-Tages, ihn zu heiligen … Denn in sechs Tagen hat der Ewige den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was darin ist, gemacht, und am siebten Tag hat Er geruht; darum hat der Ewige den Schabbat-Tag gesegnet und ihn geheiligt. (Das Buch Schemot, Kap. 20, Vers 8 und 11)

Ja, diese Leute waren unsere Vorfahren, das Volk Israel, das nur kurz zuvor aus Ägypten – dem Land seiner Leiden – ausgezogen war und nun die Offenbarung G”ttes am Berg Sinai miterlebte. Read the rest of this entry »