Parascha und Politik – Jefat Toar

September 16, 2016

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Wie eine Mizwa, die seit Jahrtausenden nicht umgesetzt wird, zum brennenden Thema der israelischen Politik wurde

Unter den Themen unserer Parascha finden wir eines, das vor einigen Wochen für Aufsehen und heftige Diskussionen in der israelischen Politik sorgte: Das Gesetz der „schönen Kriegsgefangenen“ ­–­ die Jefat Toar.

Als Mitte Juli Oberst Eyal Karim zum Oberrabbiner der israelischen Verteidigungskräfte designiert wurde, veröffentlichte die Tageszeitung Yediot Acharonot einen Artikel, in dem behauptet wurde, dass der werdende Oberrabbiner Read the rest of this entry »

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Wie ist es mit der Schweigepflicht nach der Halacha?

June 18, 2015

Fdr_sidefrontDeutschNach dem absichtlichen Abstürz des Germanwing-Fluges 4U9525 fragt die Öffentlichkeit, ob die Schweigepflicht von Ärzten gelockert werden soll. Die Halacha (das jüdische Religionsgesetz) basiert auf alten zeitlosen Prinzipien, die nicht wesentlich von der westlichen Kultur der Moderne beeinflußt wurde. Daher bietet sie eine erfrischende Perspektive, mit einer Teils ganz andere Konzeption der Schweigepflicht. Lesen Sie meinen Beitrag dazu in der Jüdischen Allgemeine.


Sind unsere individuelle Taten von Bedeutung?

October 2, 2014

DeutschIMG_2955Im Mittelpunkt der zehn Bußtage, die mit Rosch haSchana anfangen und mit Jom Kippur enden, steht unseres persönliches Benehmen während des vergangenen Jahres, und unsere Entschlossenheit, unser Vornehmen, wie wir unser Leben für das nächste Jahr gestalten wollen. Das heißt, an diesen Tage legen wir Rechenschaft ab, über unseren Taten. Sind unsere Taten aber wirklich von Bedeutung?

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Die ethische Dimension des Schma Jissraëls (Audio-Schiur)

December 8, 2013

Deutschaudio-input-microphoneMezzuzah1Beten, das ist ja etwas religiöses, etwas frommes. Aber was solllen “Geringgläubigen” damit anfangen? Jährlich sammeln sich unzählige Mengen Dreitagenjuden, und sitzen einigen oder mehreren Stunden vor dem Festtagsgebetbuch. Kann das Gebet auch für die Geringgläubigen sinnvoll sein? Und können die strenger glaubende Heavy-Duty-User der Synagogen vielleicht auch etwas von dieser Haltung lernen? Read the rest of this entry »


Offenbarte Vernunft

May 13, 2010

DeutschDie Offenbarung am Sináj ist der Inbegriff von religiöser Erfahrung. Wenn diese Offenbarung einer derart spiritueller, himmlischer Bedeutung sind, warum handeln die letzten fünf der Zehn Worte von so einfachen Dingen wie dem Verbot von Mord, Diebstahl und falscher Zeugenaussage? Sind das nicht Mizwót der Art, die Raw Sa‘adjá Ga’ón מצות שכליות ‘rationale Gebote’ nannte,3 oder, wie Raschi es ausdrückt (Bereschít 26:5), Vorschriften, die selbst dann, wenn sie nicht in der Torá stünden, für uns bindend wären? Read the rest of this entry »


Eine falsche Ethik

January 14, 2010

Nach dem schweizer Minarettenverbot war es nur noch eine Frage der Zeit. Erst schlug CVP-Präsident Christopher Darbellay vor, konfessionelle Friedhöfe zu verbieten (dann entschuldigte er sich), und nun schlagt der Vorstand der Grünen vor, die Beschneidung von Knaben in Frage zu stellen.

BaZ Online berichtet:

Der dies diskutieren will, heisst Diego Hättenschwiler und ist Delegierter der Berner Grünen. Er hat in der zuständigen Arbeitsgruppe den strittigen Satz eingebracht, aus medizinischen und rechtlichen Gründen, wie er erläutert. Eine Zirkumzision berge durchaus Risiken, es sei dabei gar schon zu Todesfällen gekommen, sagt Hättenschwiler. Zudem sei das Recht eines jeden Kindes auf seine körperliche Unversehrtheit zu berücksichtigen. Unter diesem Aspekt seien Beschneidungen an Säuglingen, die ihr Einverständnis dazu nicht geben können, heikel.

So ein Verbot wäre eine massive Einschränkung der Religionsfreiheit. Der moderne westliche Staat ist zwar nicht-konfessionell, darf aber nicht anti-konfessionell sein. Aber, wenn es den Mitglieder einer Konfession verbieten würde, ein so wichtiges religiöses Gebot zu erfüllen, der auch noch ein so wichtiges Bestandteil der konfessionelle Identität bildet, dann würde der Staat die Entfremdung der eigenen Religion diesen Mitbürgern aufzwingen.

Dies käme dann aus eine unangebrachte Ethik. Die Gewissenfreiheit ist eine der zentrale Platformen des modernen demokratischen Staates. Diese Gewissenfreiheit ist genau dann zu gewährleisten, wenn er nicht allen anderen Mitbürgern gefällt. Das Recht, der Mehrheit zuzugehören muss man ja kaum im Gesetz aufnehmen, denn die Mehrheit ist ja automatisch geschützt weil sie in der Mehrheit ist. Es sind die Minderheiten und ihre Rechte die geschützt werden müssen. Read the rest of this entry »