Die erhebende heilige Familie

flag-ch_de-tinyDie Torá berichtet, dass G”tt Moschè befiehl:

שְׂא֗וּ אֶת־רֹאשׁ֙ כָּל־עֲדַ֣ת בְּנֵֽי־יִשְׂרָאֵ֔ל לְמִשְׁפְּחֹתָ֖ם לְבֵ֣ית אֲבֹתָ֑ם בְּמִסְפַּ֣ר שֵׁמֹ֔ות כָּל־זָכָ֖ר לְגֻלְגְּלֹתָֽם׃

Nehmet auf die Summe der ganzen Gemeinde der Kinder Israel nach ihren Geschlechtern, nach ihren Vaterhäusern, nach der Zahl der Namen, alle Männlichen nach ihren Köpfen;

Der Zweck dieser Volkszählung war einerseits militärisch – um zu wissen, vor der Einreise in Kaná’an, wieviele Leute zum Militärdienst aufgerufen werden können – und um das Volk an den öffentlichen Opfer, die mit dem für die Völkerzählung verwendeten halbe Schekalím, zu beteiligen.

Bei der Berichterstattung des g”ttlichen Befehls fallen aber zwei Sprachwendungen auf. Erstens, heisst es nicht סְפֹר (Wie in Berejschít 15:5), dass jedoch zu מִסְפַּר… לְגֻלְגְּלֹתָם passt, sondern שְׂאוּ, was eher “erhebe” bedeutet. Zweitens, wird die Bevölkerung “nach ihren Geschlechtern, nach ihren Vaterhäusern” gezählt, weshalb? Schliesslich ist die Dienstfähigkeit keine Familienangelegenheit, sondern eine Funktion des physischen Körpers!

Rabbi Chajím ben ‘Atár, der Or haChajím, zitiert ein Midrásch, dass die Völker der Welt die Erwählung Israels bestreiteten. G”tt aber begründete sein Entscheid auch damit, dass unser Volk besonders auf die Treue und Heiligkeit in der Familie und in der Ehe achtet. Damit bestätigen wir nun mehr die Zentralität der Familie, der Ehe und ihre Reinheit und Heiligkeit in unserer Tradition. Was aber hat das mit der Bevölkerungszählung zu tun?

Diese zweite Frage beantwortet Kelí Jakár, als er sich mit der besondere Sprachwendung שְׂאוּ auseinandersetzt. Er bemerkt, dass שְׂאוּ immer “erhebe” heisst, auch wenn es gleichzeitig “zählt” bedeutet. In anderen Worten befiehlt G”tt dem Moschè, er soll das Volk so zählen damit es erhebt wird. Aus der Erläuterung des Or haChajím ergibt sich, dass genau diese Erhebung der jüdischen heilige Familie zuliebe kommt.

Uns ist klar, die Familie ist ein Tempelberg, den wir nicht entweihen, sondern auf welchem wir die Heiligkeit bauen. Wahrhaftig, wir haben die Möglichkeit מַמְלֶכֶת כֹּהֲנִים וְגֹוי קָדֹושׁ – eine Priesternation und ein heiliges Volk zu sein.

Predigt von Schabbát Bamidbár 5768,
26. Ijár 5768 (31. Mai ’08)
von Rabbiner Arie Folger

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