Frag den Rabbi: Sind Abraham und Sarah Schuld am Nahostkonflikt?

Rabbi-CoolClips_vc074807DeutschAngenommen, Abraham hätte Sarahs Wunsch nicht entsprochen und Hagar und Ismael nicht in die Wüste geschickt, gäbe es dann heute auch den israelisch-palästinensischen Konflikt?

Diese Frage basiert auf dem 21. Kapitel im 1. Buch Mosche, in dem die Stammmutter Sarah vom Stammvater Abraham verlangte, dass er ihre Dienerin Hagar und deren Sohn Ismael aus dem Haushalt vertreibt, “denn der Sohn dieser Magd soll nicht zusammen mit meinem Sohn Isaac erben.”

Der Konflikt zwischen Isaac und Ismael stammt aber nicht von der Vertreibung Hagars. Liest man den Text ganz genau, dann merken wir drei bedeutenden Punkte.

1) G”tt sagte hervor, dass Isaac der auserwählte sein wird. Abraham bat aber, dass Ismael gesegnet werde, und G”tt antwortete: “auch Ismael wird gesegnet, aber Isaac ist der auserwählte.” Also hat Abraham in seiner Liebe zu Ismael (Isaac wurde noch längst nicht geboren) den Konflikt geschafft.

2) Das ganze Buch Genesis handelt von Auserwählung, und immer ist es ein Nichterstgeborener, der auserwählt wird. Hätte Abraham die Hagar nicht vertrieben, dann wären Isaac noch immer auserwählt und Ismael der Konkurrent.

3) Die Auserwählung bringt immer Konflikte. Es wird aber auch klar, dass der Grund für die Auserwählung nicht ein verzerrtes Erstgeburtsrecht, sondern das Benehmen des Auserwählten und des Nicht-Auserwählten ist. Darauf wird ganz deutlich sowohl bei Isaac-Ismael als bei Jakob-Esau klar. Ismael war “mezachek” mit dem kleinen Isaac, was nicht “spielen” bedeutet, sondern “gefährlich oder unzüchtig spielen” heist. Ein Duell heißt “lezachek”, Sexorgieen und Götzenorgieen heißen “lezachek”, und mit diesem Wort zeigt die Bibel, dass Ismael wegen sein Verhalten nicht auserwählt sein kann. Auch wäre die Hagar nicht mit Ismael vertrieben, wäre er nicht auserwählt. Aber wie zwischen Jakob und Esau gab es zusätzlich einen persönlichen Konflikt. Letzteres wurde also mit der Vertreibung Ismaels vermieden.

Kurz gesagt hat das ganze mit dem muslimisch-jüdischen Konflikt vielleicht mit Abraham was zu tun, aber dennoch nur wegen den Segen, den er für seinen Sohn Ismael erbat.

Übrigens, steht nirgends, dass ein Erstgeborene nicht auserwählt sein konnte. Nur widerspricht die Geschichte im 1.B.M. einen automatischen Anspruch auf Auserwählung. Lediglich ab dem Ende des Buches, als sowohl Josef als seine Brüder zusammen auserwählt bleiben, nur seit dem ist die gsnze Familie Israels für immer auserwählt (und dann darf Genesis enden, damit Exodus anfangen kann).

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