Die Spitze des Eisbergs von Sin’át chinnám

August 1, 2008

Deutsch

Die Ermordung von Yitzhak Rabin

Zum 10. Jaherstag seiner Ermordung

Vor zehn Jahren, am Vorabend des 12. Marcheschwán, stand Premierminister Yitzhak Rabin auf einer Tribüne auf dem Kikkár Malchéj Jissra’él und hielt eine Rede, in der er für Frieden mit den palästinensischen Arabern eintrat und sagte: „Gewalt höhlt die Basis der israelischen Demokratie aus. Man muss sie verurteilen und ausgrenzen. Gewalt ist nicht der Weg des Staates Israel. In einer Demokratie kann es Meinungsunterschiede geben, aber die Entscheidung fällt letztlich in demokratischen Wahlen […]“. Diejenigen, die er als Partner im Friedensprozess sah, unterstützte der Premierminister mit den Worten: „Ich möchte es ganz direkt sagen, dass wir auch unter den Palästinensern einen Partner für den Frieden gefunden haben: die PLO, die unser Feind war, und aufgehört hat, Terrorismus zu betreiben. Ohne Partner für den Frieden kann es keinen Frieden geben […]“.

Die nächsten zehn Jahre, von den Ereignissen jener Nacht an, waren durch innere Suche, Hoffnungen und Enttäuschungen gekenn­zeichnet. Im Rückblick leben wir jetzt in einer Welt, die wir damals nicht wollten. Fünf Jahre Intifada haben viele daran zweifeln lassen, dass die Bemerkungen des Premierministers über die Absichten der PLO zutreffend waren. Zehn Jahre nach jener Rede, nach den vielen Tunneln zum Zweck des Waffenschmuggels, nach der Manipulation von Journalisten, nach dem Schiff „Karin B“ voller (für die Palästinenser bestimmter) illegaler Waffen und dergleichen mehr, wäre es sehr leicht, zu leicht, den Blick auf das Unbeschreibliche zu richten und zu behaupten, dass der Premierminister und seine Partei sich vielleicht geirrt hatten.

Ich meine allerdings, dass wir die grössere, belastende Bedeutung des Mordes an Yitzhak Rabin nicht erfassen, wenn wir uns entweder auf den Mangel an prophetischen Gaben irgendwelcher Leute, einschliesslich der sogenannten Visionäre der Arbeitspartei, konzentrieren oder auf jenen einzigartigen Gewaltakt, den Mord an dem gewählten Premierminister Israels. Read the rest of this entry »