Das innige Gebet einer Frau

January 14, 2010

Während der Ära des Bejt haMiqdásch galten die Gesetze der Tumá und Tahará, der sgn. rituellen Reinheit(*). Frauen wie Männer assen nicht nur die regulären Speisen, sondern auch geheiligten Speisen, wie vielen der Tieropfer im Tempel und wie der sgn. zweite Zehnte – ein Zehntel des landwirtschaftlichen Ertrages der je nach Jahr des siebenjährigen Zyklus, entweder selber in Jerusalem gegessen, oder den Armen gegeben wurde. Deshalb besuchten Männer wie Frauen regelmässig die Mikwé.

* = Das Begriff Tahará wurde ausführlich in dem Aufsatz Von Tahará zu Keduschá ausgelegt.

Siddur-Tittelblat - Jg. 1864Seit der Zerstörung des Bejt haMikdásch haben nur noch Frauen das Privileg, die Mikwé besuchen zu müssen. Solche monatliche Ereignisse sind sehr geistig geprägt, und viele Frauen sprechen dazu besondere Gebete, sgn. Techinót, die sogar öfters von Frauen verfasst wurden (was sonnst im Mittelalter und in der Frühmoderne überhaupt nicht selbstverständlich war). Zwei solche hervorragende Techinót fand ich in der 1864 Ausgabe des “Safa Berura”-Rödelheim-Gebetbuches, die ich hier veroffentliche.
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