Nach welchem Prinzip sind die fünf Bücher Mose organisiert?

June 25, 2014
From the Temple Institute (Click for their extensive documentation of the ritual and its meaning)

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DeutschNach welchem Prinzip ist der vierter Buch Mose organisiert? Ist es eher ein Geschichtebuch oder ein Gesetzbuch? Beide kommen im Buch reichlich vor, aber welche Dimension ist die bedeutendere? Wenn es hauptsächlich Gesetze vermittelt, wieso gibt es so viele Geschichten, und nach welchem Prinzip werden die Gesetze in dem einen oder anderen Buch eingeordnet? Und warum fassen sich die Gesetze so kurz, aus dem biblischen Text hätte man kaum eine Ahnung, wie Tefillin zu machen oder sogar wie den Schabbat zu halten, und sind auf der mundliche Überlieferung angewiesen. Wenn es aber hauptsächlich ein Geschichtebuch ist, welche Aufgabe erfüllen die Gesetze in diesem biblischen Buch, warum gubt es überhaupt Opfer- und Heiligkeitsgesetze in diesem Buch, und wurden sie nicht etwa im 3. Buch. Leviticus / Torat Kohanim eingeordnet?

Im folgenden Artikel versuche ich an Hande der Gesetze der Para Aduma, der sgn. roten Kuh, auf diesen grundsätzlichen Fragen zu antworten.

N.B.: Als Bonus hier unten, ein Filmchen, der eine rote Kuh zeigt und das Gebot erklärt, in englischer Sprache, “A Red Heifer is Born”. Read the rest of this entry »


Das innige Gebet einer Frau

January 14, 2010

Während der Ära des Bejt haMiqdásch galten die Gesetze der Tumá und Tahará, der sgn. rituellen Reinheit(*). Frauen wie Männer assen nicht nur die regulären Speisen, sondern auch geheiligten Speisen, wie vielen der Tieropfer im Tempel und wie der sgn. zweite Zehnte – ein Zehntel des landwirtschaftlichen Ertrages der je nach Jahr des siebenjährigen Zyklus, entweder selber in Jerusalem gegessen, oder den Armen gegeben wurde. Deshalb besuchten Männer wie Frauen regelmässig die Mikwé.

* = Das Begriff Tahará wurde ausführlich in dem Aufsatz Von Tahará zu Keduschá ausgelegt.

Siddur-Tittelblat - Jg. 1864Seit der Zerstörung des Bejt haMikdásch haben nur noch Frauen das Privileg, die Mikwé besuchen zu müssen. Solche monatliche Ereignisse sind sehr geistig geprägt, und viele Frauen sprechen dazu besondere Gebete, sgn. Techinót, die sogar öfters von Frauen verfasst wurden (was sonnst im Mittelalter und in der Frühmoderne überhaupt nicht selbstverständlich war). Zwei solche hervorragende Techinót fand ich in der 1864 Ausgabe des “Safa Berura”-Rödelheim-Gebetbuches, die ich hier veroffentliche.
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