Von Kindern lernen

August 1, 2008

DeutschIch möchte Ihnen Daniel Cohen vorstellen, einen typischen Dreitagejuden. Er ist das jüdische Gegenstück von „Otto Normal­verbraucher“. Er ist ein gewöhnlicher, sympathischer Mensch, der das Gefühl hat, eine starke jüdische Identität zu besitzen, auch wenn er die meiste Zeit des Jahres der Synagoge fernbleibt und zu Hause auch nicht allzu viele jüdische Traditionen praktiziert. Kurzum, Daniel Cohen ist so wie die meisten von uns. Daniel Cohen passt genau hierher. Read the rest of this entry »


Gute und böse Augen

August 1, 2008

DeutschEin sehr reicher Mann hatte zwei Söhne, die in einem weit entfernten Teil des Landes wohnten. Der eine war reich wie sein Vater, der andere war leider arm. Als ihre Schwester heiraten sollte, schickte der Vater dem reichen Sohn folgende Einladung mit der Bitte, seinen weniger erfolgreichen Bruder zu informieren: „Du und dein Bruder und eure Familien werden bei der Hochzeit erwartet. Ich werde euch beiden gerne alle Ausgaben erstatten, die ihr tätigt, um mich zu ehren.“ Der reiche Sohn war begeistert. Er und seine Frau fingen sofort mit den Vorbereitungen an, wählten für sich die vorzüglichsten Kleider aus und für ihre Kinder die aufwendigsten Kostüme. „Warum sollte ich sparen“, dachte er, „wenn mir mein Vater alles bezahlt?“ Sie mieteten eine Kutsche, die sie zur Hochzeit der Schwester bringen sollte, und es war ein unvergesslicher Anblick, wie die Familie zu dem grossen Fest aufbrach. Read the rest of this entry »


Die Halachá als Basis einer Gesellschaft der Liebe

August 1, 2008

flag-ch_de-tinyJom Kippúr, der „Versöhnungstag“, ist deutlich von Ritualen geprägt. Während dieses heiligen Tages verzichten wir für etwas mehr als fünfundzwanzig Stunden auf gewohnte körperliche Annehmlich­keiten wie Essen und Trinken, um den ganzen Tag lang unserem Schöpfer zu dienen. Wir beten, singen, lesen die Torá, hören vielleicht sogar einen Schi‘úr (religiösen Vortrag). Wir ziehen einen ganz weissen Kittel an, das Sargenes, umhüllen uns mit einem weissen Tallít und bedecken den Kopf mit einer weissen Kippá, und damit wenden wir uns wenigstens für diesen einen Tag von der auffallenderen Kleidung ab, die in Mode ist. Wir beschränken in dieser Zeit unseren Umgang mit anderen Menschen und vermeiden ganz allgemein Tätigkeiten, die uns zur Sünde bringen könnten. Man könnte sagen, dass wir einen ganzen Tag lang ein heiliges Leben führen, voller Spiritualität und ohne Materialismus.

Wenn wir bedenken, wie sehr die Traditionen von Jom Kippúr einen Rückzug aus dem gewohnten Leben betonen, wäre die Annahme naheliegend, dass es an diesem Tag um die Entwicklung der Beziehung zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer geht. Read the rest of this entry »


Für eine allumfassende jüdische Einheit

August 1, 2008

DeutschAn Rosch ha-Schaná 5766, wussten wir noch nicht, was für ein schreckliches Dekret über das Volk Israel verhängt werden würde. Wir ahnten nicht, dass zehn Monate später während des zweiten Libanonkrieges 3970 Raketen auf den Norden Israels niederregnen und 43 israelische Zivilisten sowie 119 Soldaten töten würden.1 Wir ahnten auch nicht, dass im Laufe des Jahres unzählige Qassam-Raketen fallen und unsere Brüder im Süden in Schrecken versetzen würden.

Die jüdische Antwort auf Tragödien lautet, dass es nötig ist, in sich zu gehen, Selbstkritik zu üben und die Loyalität gegenüber unserem jüdischen Volk, unserer Tradition und Awínu sche-ba-Schammájim, unserem himmlischen Vater, zu stärken. Ich werde darauf gleich zu sprechen kommen, aber zuallererst möchte ich laut und klar sagen, so dass es alle hören: מִי כְּעַמְּךָ יִשְׂרָאֵל ‘wer ist wie Dein Volk Israel’2 – denn es ist dies eine Zeit, mit Stolz jüdisch zu sein. Read the rest of this entry »