Den intergenerationellen Konflikt überwinden

July 12, 2012

DeutschHand_holding_finger_bw babyHeute erschien ich als Teil eines interreligiösen Panels bei der europäischen Kommission, nach Einladung deren Präsidenten Jose Manuel Barroso, um sich laut Gedanken zu machen, wie die wachsenden intergenerationelle Spannung zu überwinden und die Solidarität zwischen Jung und Alt zu stärken. (Video der Pressekonferenz, in der ich zwar anwesend war, aber nicht das Wort ergriff) Anbei mein Beitrag.
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Warum gerade in Deutschland

July 11, 2012

Deutsch1280px-Frank_Dt_R-Staat_A_HitlersAnne Will moderierte heute auf Das Erste ein Gespräch zum kölner Landesgerichtsurteil, das die rituelle Beschneidung als strafbare Körperversehrung schilderte. Holm Putzke und Angelika Kallwass fragten wieso “warum gerade in Deutschland” ein Argument gegen dem kölner Landesgerichtsurteil sein soll. Nun warum?! Read the rest of this entry »


Ein Volk, eine Gemeinde – Rückblick auf dem Freitagabend-Anlass

July 5, 2012

DeutschLetzen Freitagabend hat das Rabbinat ein außergewöhnliches Programm durchgeführt, das mich an TFNIS (Turn Friday Night In Shabbat, des National Jewish Outreach Program) erinnert, für den ich mal gearbeitet hatte. Nach einem kurzen Empfang mit einem Biss Kugel / Kiegel und eine Limonade füllten zahlreiche Leute unsere kleine Synagoge für einen Anfängerg”ttesdienst (“Beginners’ Service” – ebenfalls von NJOP), um singend, von Erklärungen begleitet, Mincha und ein Stück Kabbalat Schabbat zu erfahren. Dazu wurden wir zur Amida (dem leisen Stehgebet) von Herrn Karel Lorenc vorbereitet. Einige Minuten führte er uns in die intuitiven Meditation ein, damit wir alle Sorgen des Alltags und alle fremde, störende Gedanken entfernen, um vor G”tt unsere Amida zu sprechen und für unsere Bedürfnisse beten.

Das Publikum der übervollen kleinen Synagoge wird von Herrn Karel Lorencz in der intuitive Meditation als Vorbereitung zur Gebet eingeführt

Anschließend – nach dem Anfängersg”ttesdienst, der noch vor Schabbateingang endete, schloss sich die Gruppe dem regulären Schabbatgebet in der Ohel Jakob Synagoge an. Daher könnten wir auch noch Bilder des besonderen G”ttesdienstes schnappen.

Die Stimmung in der großen Synagoge war ebenfalls fantastisch. Es gab etwa zwanzig Kinder unter Bar / Batmizwa-Alter, die beim Kiddusch dabei waren. Ein Kind fragte, ob wir das Freitagabendgebet sonst auch durchführen, wie süß. Ja, wir tun es jede Woche. Beim Essen gab es weiterhin eine wunderbare Stimmung. Und wenn wir betrachten, dass das an einem der spätesten Schabbatot des Jahres stattfand, na ja, dann lieben wir einfach den Schabbat und werden bestimmt auch alle an anderen Jahreszeiten sehr gerne zu einem Kabbalat Schabbat kommen.
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Toleranz leider ohne Respekt – zwei Artikel zur Brit Milá in der Jüdischen Allgemeine

July 5, 2012

DeutschSoeben hat die Jüdische Allgemeine Zeitung zwei von meinen Artikel, die diese Woche in der gedruckten Ausgabe der Zeitung erscheinen, auf ihre Webseite hinaufgeladen.


Die Beschneidung ist im Judentum unentbehrlich

June 27, 2012

DeutschVox20Das Landesgericht Köln ist in seinem Urteil (151 Ns 169/11) zu der Auffassung gelangt, dass eine nur religiös motivierte, nicht medizinisch indizierte Beschneidung als Körperverletzung im Sinne des deutschen Strafgesetzbuches anzusehen sei. Weder die Einwilligung der Eltern noch die Religionsfreiheit könnten diesen Eingriff rechtfertigen, stellte das Gericht in seiner Urteilsbegründung klar.

[NOTE TO ANGLOPHONES: For an automatically generated English translation, click here.]

Diese Entscheidung ist entsetzend. Es ist unbegreiflich, warum das Gericht einen Brauch zur Straftat erklärt, der von einem Viertel der Weltbevölkerung – also fast einen Milliarde Männer – seit Jahrtausenden praktiziert wird. Damit beschneidet das Urteil selbst die im Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit und das erzieherische Rechte der Eltern.

Könnte ein Grund dafür, warum dem Richter diese Einschränkung der Beschneidung nicht so erschütternd und gefährlich schien, ein Missverständnis sein, eine Fehleinschätzung über die Art, wie Identität und Religion einem jungen Menschen vermittelt werden? Denn mit einem Verbot der Beschneidung wird nicht etwa dem Kind die Wahl gelassen, später seine Religionszugehörigkeit zu wählen. Vielmehr wird jedem jüdischen und muslimischen Kind hier und heute verboten, mit der eigenen Religionspraxis aufzuwachsen. Hinzukommt, im Gegensatz zu dem jüdischen Brauch, die Beschneidung am achten Lebenstag zu vollziehen, ist es erheblich schwieriger und risikoreicher, diesen Akt in höherem Alter durchzuführen. Im Ergebnis könnte man zu dem Schluss kommen, das Gericht wolle mit seinem Urteil grundsätzlich verhindern, dass Hunderttausende junge Männer ihre religiöse Praxis ausüben.

Sind wir etwa im neunzehnten Jahrhundert gelandet, wo man die Religion versucht zu verdrängen, besonders die Minderheitreligionen?

G”tt sei dank leben wir in einem Land, in dem sich zumindest die Religionsgemeinschaften solidarisieren, wie aus den folgenden Pressemitteilungen eindrucksvoll ersichtlich wird. Den Partnern des interreligiösen Dialogs gilt an dieser Stelle besonderer Dank für ihre Unterstützung. Hoffen wir nun, dass der Gesetzgeber möglichste schnell die Religionsfreiheit mit einem Schutz der religiösen Beschneidung stärken wird.
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Offene Brief an die Redaktion von “Die Zeit”

April 27, 2012

DeutschBefore_email_4_Air_letter_from_Saltpond,_Ghana_to_Kabala,_Sierra_Leone_(West_Africa)_January_1968_(3703187062)Es ist mir unklar, was aus journalistischer Sicht trauriger ist, aber der Artikel Andrea Jeskas (Rabbi-Ausbildung / Kein besseres Land für Juden) ist sowohl voreingenommen als auch reichlich mit Fehler versehen. Durch geschickte (oder eben ungeschickte) Wortwahl versucht die Autorin bei den Lesern einige Bilder entstehen zu lassen, in dem das Liberale Judentum deutlich überdurchschnittlich gut abschneidet, während alles Traditionsgetreues negativ geschildert wird. Und wenn die Fakten ihre Behauptungen nicht unterstützen, na ja, wozu braucht man überhaupt Fakten? Read the rest of this entry »


Alle sind gleich vor dem Schabbat, dem hochmodernen Ruhetag

March 4, 2012

DeutschBossard,_Jenny_-_Familie_am_KaffeetischWir haben uns so daran gewöhnt, jede Woche einen freien Tag zu haben, dass wir uns kaum bewusst machen, wie fremd der Gedanke eines Ruhetags in vergangenen Zeiten war. In unserer Gesellschaft schätzen wir Ruhetage sehr: Wir haben eingeführt, dass es pro Woche nicht nur einen, sondern zwei gibt, und haben so das Wochenende geschaffen. Wir haben völlig vergessen, wie außergewöhnlich die Idee einer regelmäßigen Ruhe ist. Wir spüren kaum noch, wie jung das arbeitsfreie Wochenende ist.

Vor nicht so langer Zeit war schon ein Ruhetag pro Woche ein Luxus; an ein zweitägiges Wochenende war schon gar nicht zu denken. Bevor bezahlte Ferientage üblich wurden, konnten sich nur Reiche Ruhe und Freizeit leisten. Und bevor das Christentum die jüdische Idee des Schabbats1 verbreitete, war selbst ein wöchentlicher Ruhetag unvorstellbar … ausser bei einem kleinen, eigenartigen Volk … dem Volk Israel. Kurz nachdem sie das Land ihrer Knechtschaft verlassen hatte, stand ein Haufen befreiter Sklaven, die die Niederlage ihrer Herren miterlebt hatten, am Fusse des Berges Sinai und hörte:

Gedenke des Schabbat-Tages, ihn zu heiligen … Denn in sechs Tagen hat der Ewige den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was darin ist, gemacht, und am siebten Tag hat Er geruht; darum hat der Ewige den Schabbat-Tag gesegnet und ihn geheiligt. (Das Buch Schemot, Kap. 20, Vers 8 und 11)

Ja, diese Leute waren unsere Vorfahren, das Volk Israel, das nur kurz zuvor aus Ägypten – dem Land seiner Leiden – ausgezogen war und nun die Offenbarung G”ttes am Berg Sinai miterlebte. Read the rest of this entry »


Jubiläumsfeier der Ohel-Jacob-Synagoge II

January 8, 2012

DeutschIMG_2955Anlässlich des Jubiläumsfeier spendete jemand anonym eine Torá-Rolle, damit so viel möglich Leute geehrt werden, während der Spender selber anonym im Schatten bleibt. Die Torá-Rolle wurde von Herrn Rabbiner שמעון חיים Steven Langnas eingetragen und mir übergeben. Die neue Rolle wurde im Beisein allen Rabbinern München, die je eine Torá-Rolle trugen, in den Torá-Schrein begleitet. Geschmuckt wurde die Torá von den Vorsitzenden der zwei anderen Synagogen der IKG, Herrn Biber der Possartstraße-Synagoge und Herrn Dr. Münz der Georgenstraße-Synagoge. Eingetragen wurde sie von Herrn Stein des Vaads der Ohel-Jacob-Synagoge und von Herrn Yakov Mutka, Ba’al Keriá’ (Torá-Vorleser) der Synagoge.

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Ohel-Jacob-Jubiläumsfeier – Hallo Weekend

January 8, 2012

DeutschDer folgende Artikel – Ein Haus voller Leben – erschien anlässlich des fünften Jubiläumsfeier der Ohel Jacob Synagoge im Hallo Weekend:


Ohel-Jacob-Jubiläumsfeier – Münchner Merkur

January 8, 2012

DeutschDieser Artikel erschien im Münchner Merkur anlässlich der fünften Jubiläumsfeier der Ohel-Jacobs-Synagoge: