Die Erleuchtung der Seele und die Erwärmung des Herzens – Gastbeitrag

December 27, 2016

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Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Rabbiner Schlomo Hofmeister

Der Baal Schem Tov (1698-1760), der Gründer des osteuropäischen Chassidismus, misst Chanukka eine ganz besondere transzendente Bedeutung bei. Das zentrale Thema von Chanukka ist Licht – ein Sinnbild für die Erleuchtung der Seele und die Erwärmung des Herzens. Die Dunkelheit Read the rest of this entry »


Was tun Jehuda un Tamar in der Josefsgeschichte? – Gastbeitrag

December 22, 2016
Tamar wird zum Brandstapel geführt - Jacopo da Ponte, 1566/67

Tamar wird zum Brandstapel geführt – Jacopo da Ponte, 1566/67

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Frau Dr. Chani Hinker

Jehuda spielt eine Hauptrolle in beiden Erzählungen, in deren Verlauf er sich von einem herzlosen und skrupel­losen Zyniker zu einem würdigen Mann wandelt, der qualifiziert  ist, nach Ja’akows Tod das Zepter der Herrschaft zu übernehmen.

Als die Brüder das Mordkomplott gegen Jossef schmieden, schlägt Jehuda eine bessere und lukrativere Lösung vor: Welcher Gewinn ist es, dass wir erschlagen unseren Bruder … Kommt, lasst uns ihn verkaufen den Jischmaelitern (Berejschit 37:26-27). Dann ist sein Leben miserabel, brutal und kurz. In 37:32 zwingt Jehuda seinen Vater Ja´akow, den blutgetränkten Rock Jossefs zu identifizieren: “Haker-na – erkenne, ob es der Rock deines Sohnes ist?” Dieser gewissenlose, unbarmherzige Jehuda hat kein Gespür für moralische Verantwortung, was es heißt, ein Bruder oder Sohn zu sein.

Eine wagemutige Frau wird Jehudas Strafe und Wandlung herbeiführen: Tamar. Read the rest of this entry »


Dina blieb eine Gefangene

December 15, 2016
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Schechem fängt Dina – anonymer Künstler aus Italien, 17. Jh.

DeutschZu den tragischsten Ereignissen im Leben des Stammvaters Jakob gehört ganz bestimmt die Vergewaltigung und Entführung seiner Tochter Dina durch den Sohn des Herrn von Schechem. Die Geschichte endet mit einer blutigen Vergeltung während der Rettung Read the rest of this entry »


Die Mazewa – mal geliebt, mal verhasst

December 8, 2016
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Kenaanitische Mazewot in Gezer, Israel (Quelle: Wikimedia Commons, CC license)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyDer Stammvater Jaakow errichtete eine sgn. Mazewa (Berejschit 28:18). Heutzutage verstehen wir unter dem Begriff Mazewa einen Grabstein oder Gedenkstein, aber nicht das ist in diesem Vers gemeint. Viel eher Read the rest of this entry »


E pluribus unum, aus vielen Steinen ein Stein

December 8, 2016
Der Traum Jakobs - Jusepe de Ribera (1639)

Der Traum Jakobs – Jusepe de Ribera (1639)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyAls Jaakow auf dem Weg nach Charan unter dem freien Himmel übernächtete, nahm er „von den Steinen jenes Orts und legte sie unter sein Haupt und legte sich an dem Ort schlafen“ (1.B.M. 28:11). Nachdem er in seinem prophetischen Traum die Engel G“ttes auf dem berühmten Leiter hinauf- und hinabstiegen sah, stand „Jakob … am Morgen früh auf und nahm den Stein, den er unter sein Haupt gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einer Denksäule und goss Öl oben darauf“ (ebd. 18).

Der genaue Leser wird wohl bemerkt haben, dass anfänglich von vielen Steinen, die er unter seinem Haupt legte, während am Ende er den Stein, den einen einzigen Stein nahm, die er unter sein Haupt gelegt hatte, berichtet wird. War es also einen oder mehreren Steine? Read the rest of this entry »


How to deal with the Integration of refugees

December 4, 2016
General view

The High Level Meeting at the EU Commission on Nov. 29th 2016

EnglishOn November 29th 2016, yours truly participated in the “High Level Meeting” between the European Commission and faith leaders. Twice a year such meetings take place, once with faith leaders and once with secular thinkers. The theme of this year’s meeting was how to deal with the integration of migrants. I must highlight that the questions put before the faith leaders were themselves representing teh political bias of the parties in control of the EU Commission, which, truth to be told, is legitimate. Thus, the question was not whether to take in more refugees, but how to better do so. That said, all participants felt an ethical duty to act humanely. Below are my slightly edited prepared comments to the assembled dignitaries. Part I was presented. Part II was spontaneously adapted to the discussion and thus was not fully presented, however it did form the basis of some of my comments when I was later interviewed by Radio Vatican. Read the rest of this entry »


Die Aufgabe der Religionen in der Flüchtlingsdebatte

December 2, 2016

JE_cover_2015.inddAustrian-German_Swiss_flags-tinyDie Flüchtlingdebatte spaltet Europa. Bei dieser Debatte beteiligen sich die Religionsgemeinschaften rege, sowohl als Aktivisten, die Flüchtlingen helfen, als auch als Teilnehmer im politischen Prozess. Dabei sind längst nicht alle religiöse Würdenträger gleicher politischen Meinung, und ihre Meinungen lassen sich nicht sauber nach klassischen rechts-links Linien einordnen. Manche machen sehen eine Pflicht, alle Bedürftigen aufzunehmen, andere machen sich sorgen, wie eine erfolgreiche Integration zu ermöglichen und fragen, ob wir überhaupt die Kapazität dafür aufgebaut haben, andere machen sich diesbezüglich wiederum andere gesellschaftliche Sorgen. Gibt es aber eine besondere Aufgabe der Religionen in diesem Dialog? Können die religiöse Würdenträger etwas beitragen, dass besonders mit ihren Verantwortungen als religiöse Vertreter verbunden ist, und gibt es Gebite im Dialog, wo sich sich ein wenig zurückhalten sollen? Das sind die Themen eines Artikel meiner Wenigkeit, der zuletzt erschien. Read the rest of this entry »


Auch Essaw heiratete eine Nicht-Kenaaniterin (sogar zwei!) – Gastbeitrag

December 2, 2016
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Isaac und Rebecca mit Jakob und Esau – Jan Victors (1652)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Rabbiner Schlomo Hofmeister

Durch reden oder denken allein, kann niemand seinen Charakter verbessern. Gute Absichten und Vorsätze sind zwar ein wichtiger Anfang, genügen aber alleine noch nicht, um tatsächlich nachhaltig irgendetwas zu verändern. Unsere Weisen, sel. A., bringen hierzu das folgende Beispiel: Essaw, der Bruder unseres Stammvaters Jaakow, ist uns allen bekannt für sein grobes und tadelnswertes Wesen. Doch auch er kannte Momente in seinem Leben, in denen er versuchte sich zu bessern, ein guter Mensch zu werden und dem Namen seiner Familie, seinen Grosseltern Awraham und Sara und seinen Eltern Jitzchak und Riwka, durch sein eigenes Le­ben und Be­neh­men Ehre zu bringen. Read the rest of this entry »


Das Grab der Patriarchen, die zweitheiligste Stätte im Judentum

November 24, 2016

579px-Torah,_20th_century,_fabric,_metal,_wood,_paper_-_Saint_Ignatius_Church,_San_Francisco,_CA_-_DSC02570DeutschEin Jahr bevor die UNESCO in einer Reihe von Abstimmungen versuchte, jeg­liche Verbindung des Judentums mit Jeru­salem und dem Tempelberg zu leug­nen, erließ sie am 21.10.2015  bereits eine andere antisemitische Resolution, nach der das Grab der Patriarchen in Hebron eine rein muslimische Stätte ist. Obwohl diese lächerliche Entscheidung der UNESCO nichts an der israelischen Politik ändern wird, und immerhin Israel nachweislich der beste Hüter heiliger Stätten unter­schiedlicher Religionen ist, wurde jener Ort nicht erst in den letzten Jahrzehnten zu einem begehrten Objekt. Read the rest of this entry »


Wenn Lot nicht mehr weiter gehen will – Gastbeitrag

November 18, 2016
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Lot flüchtet mit seinen Töchtern – Albrecht Dürer, ca. 1498

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Dr. Ruth Winkler

In der Parascha dieser Woche finden wir eine Reihe großer Erzählungen über die Urväter und -mütter. Versuchen wir, in den verschiedenen Handlungen einen „roten Faden“ zu finden, lautet der gemeinsame Nenner der Episoden vielleicht so: Wer wird nach Awraham und Sarah das Werk weiterführen? Da geht es auch darum, wer das nicht sein wird. Nicht Jischmael, der Sohn Hagars, sondern Jizchak, der Sohn Sarahs, wird der Erbe Awrahams. Allerdings hat Jischmael nach der Tren­nung noch Chancen und Potential, künftig ein gutes Leben zu führen ─ wenn er mitnimmt, was er bei Awraham gelernt hat, und wenn er auch aus der Krise lernt. Ihm wird vorausgesagt, Stamm­vater vieler Völker zu sein. Was er daraus macht, ist offen. Aber die Chancen sind da. Read the rest of this entry »