Ode an das Pessachfest und den Frühling

April 10, 2011

Von Rabbiner S.R. Hirsch, Aus der Mappe eines wandernden Juden:

Wie konnten Sie glauben, lieber N., Ihr Brief würde mich noch in meinen vier Pfählen finden; „der Winter ist vorüber, die Blüten zeigen sich, die Sangeszeit ist da“, und Ihren … duldet es zu Hause? Nein, mein Lieber. Schon als Knabe beneidete ich die Ahnen, wenn mir der Vater sie am Sederabend die Sandalen an den Füßen, die Lenden gegürtet, die Wanderstäbe in den Händen, die Brotbündel auf der Schulter vorführte, und das süßeste Charoßeth hätte ich für einen Trunk Bitterwasser hingegeben, hätte ich vierzig Jahre so mit ihnen im Freien, in der frischen Luft der Wüste wandern können! Glaube ich doch fast, Ihr Stubenhocker alle werdet noch einst dort oben für euer Hocken in der Stube zu büßen haben, und wenn Ihr zum Anschauen der Herrlichkeiten des Himmels Einlaß begehret, wird man Euch fragen: habt Ihr die Gottesherrlichkeiten auf Erden geschaut? Beschämt werdet Ihr dann stammeln: das haben wir versäumt!

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Ansprache anlässlich des G”ttesdienst in der historischen Synagoge von Endingen, an Chol-HaMo’ed-Pessach

April 7, 2010

Was noch könnte Pessach bedeuten?

Numerii Kap. IX: Während der vierzig Jahren, dass die Israeliten in der Wüsste weilten, vor dass sie ins heilige Land einziehen durften, wurde kein Pessachopfer gebracht. Kein einziges? Nein, ein einziges mal wurde das Pessachopfer doch gebracht: zum ersten Pessachfest nach dem Auszug. Einige Leute durften das Opfer aber nicht bringen, weil sie zu einer Beerdigung usw. tamé (rituell veruntreinigt) wurden.

Jedoch wollten sie unbedingt das Pessachopfer bringen. Moses wendete sich zu G”tt, der das sgn. Pessach-Schení-Fest verordnete: der, der es fürs erste mal nicht schaffte, durfte es ein Monat später nachholen.

Aber: wieso wollten jene Leute unbedingt das Opfer bringen? Sie hatten ja eine legitime Dispensation?

Oder direkt von Vimeo.

PS: Weil es eher kalt war, wurde die Predigt nicht während des G”ttesdienstes, sondern zum Frühstück nachher, im Pflegeheim Margoa – Lengnau, gesprochen.


Recount and Relive the Exodus Beyond the Wee Hours of the Night

April 3, 2009

EnglishYeshiva University’s Center for the Jewish Future, along with RIETS, publish the very popular “To-Go” series, of which Pessach To-Go is the latest installment. 60 pages of in depth articles and textual analyses, of varying levels of depth and catering to different interests. You may access the packet here.


Die rechtschaffen Frauen

April 3, 2009

Die rechtschaffenen Frauen in Ägypten1

Je zahlreicher unsere Vorfahren in Ägypten wurden, umso mehr wurden sie von den Ägyptern unterjocht und unterdrückt. Das gipfelte in den berüchtigten Anweisungen des Par‘ó an die Hebammen und später an alle Ägypter:

וַיֹּאמֶר בְּיַלֶּדְכֶן אֶת־הָעִבְרִיּוֹת וּרְאִיתֶן עַל־הָאָבְנָיִם אִם־בֵּן הוּא וַהֲמִתֶּן אֹתוֹ וְאִם־בַּת הִיא וָחָיָה׃

Und er sagte: Wenn ihr die Hebräerinnen entbindet, so sollt ihr auf den Geburtsstuhl achten; wenn es ein Sohn ist, so sollt ihr ihn töten, und wenn es eine Tochter ist, so mag sie leben. (Schemót 1:16)

וַיְצַו פַּרְעֹה לְכָל־עַמּוֹלֵאמֹר כָּל־הַבֵּן הַיִּלֹּוד הַיְאֹרָה תַּשְׁלִיכֻהוּ וְכָל־הַבַּת תְּחַיּוּן׃

Da gebot der Par‘ó seinem ganzen Volk: Jeden neugeborenen Sohn sollt ihr in den Fluss [Nil] werfen, und jede Tochter mögt ihr leben lassen. (Schemót 1:22)

Warum wollte der Par‘ó die Jungen töten und die Mädchen am Leben lassen? Wenn er ‘Am Jissrael auslöschen wollte, welchen Sinn hatte es, die Mädchen am Leben zu lassen? Read the rest of this entry »


Vorboten der Erlösung

April 2, 2009

Die Hungrigen und die Einsamen, Vorboten der Erlösung1

Bevor wir beim Seder damit beginnen, die Geschichte unserer Befreiung vom ägyptischen Joch zu erzählen, erklären wir bei der Eröffnung des Maggíds2: כָּל דִּיכְפִין יֵיתֵי וְיֵכוֹל, כָּל דִּצְרִיךְ יֵיתֵי וְיִפְסַח ‘jeder, der hungrig ist, komme und esse, jeder, der bedürftig ist, komme und beteilige sich am Pèssach-Opfer’.3 Read the rest of this entry »


Die wahre Freiheit

April 2, 2009

Deutsch

Es sind mittlerweile wohl drei Jahre vorbei, seit ich diese Worte schrieb, und seither habe ich nicht mehr von Schuluniformen in der Schweiz gehört, obwohl ich vielleicht einfach schlecht informiert bin. Immerhin bleibt die Analyse des Begriff Freiheit weiterhin relevant, und werden wir weiterhin dauernd bedroht, statt wahre Freiheit nur einen Schatten der Freiheit zu haben, und an Mode und Trends versklaft zu sein. Die Torá aber zeigt uns weiterhin den Weg der wahre menschliche Freiheit und Entfaltung.

— Arie Folger, 3. April ’09

Die wahre Freiheit1

Jedes Jahr sprechen wir am Sederabend die Worte וְאִילוּ לֹא הֹצִיא הַקָדוֹשׁ בָּרוּךְ הוּא אֶת אַבוֹתֵינוּ מִמִצְרַיִם, הַרֵי אָנוּ וּבָּנֵינוּ ובְּנֵי בָנֵינוּ מְשֻׁעְבָּדִים הָיִינוּ לְפַרְעֹה בְּמִצְרָיִם – „Und hätte der Heilige, gepriesen sei Er, unsere Vorfahren nicht aus Ägypten herausgeführt, dann wären wir und unsere Kinder und unsere Nachkommen in Phar’o Ägypten versklaft“. Ist es tatsächlich so? Read the rest of this entry »


Der Gebetstourist

March 2, 2009

DeutschWas hat das folgende Thema mit Pèssach zu tun? Na ja, wie kann man, nach dem das Publikum bereits acht Tage Matzen isst, noch während einer Rede wach halten? Der Frühling wird gespürt, und die Leuten traumen doch bereits von den Sommerferien, die sie längst planen, also bleiebn sie erst wach, als wir zusammen von den Ferien traumen dürfen. So entstand die Predigt “Der Gebetstourist”, wobei hoffentlich nachher die Interesse wachst, auch zum 8. mal an Jomtov mit Konzentration und Ernst, aber auch mit Freude und Jubelgesang das Gebet zu beleben.

–Arie Folger, 3. März, ’09 Read the rest of this entry »