Die Mazewa – mal geliebt, mal verhasst

December 8, 2016
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Kenaanitische Mazewot in Gezer, Israel (Quelle: Wikimedia Commons, CC license)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyDer Stammvater Jaakow errichtete eine sgn. Mazewa (Berejschit 28:18). Heutzutage verstehen wir unter dem Begriff Mazewa einen Grabstein oder Gedenkstein, aber nicht das ist in diesem Vers gemeint. Viel eher Read the rest of this entry »


E pluribus unum, aus vielen Steinen ein Stein

December 8, 2016
Der Traum Jakobs - Jusepe de Ribera (1639)

Der Traum Jakobs – Jusepe de Ribera (1639)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyAls Jaakow auf dem Weg nach Charan unter dem freien Himmel übernächtete, nahm er „von den Steinen jenes Orts und legte sie unter sein Haupt und legte sich an dem Ort schlafen“ (1.B.M. 28:11). Nachdem er in seinem prophetischen Traum die Engel G“ttes auf dem berühmten Leiter hinauf- und hinabstiegen sah, stand „Jakob … am Morgen früh auf und nahm den Stein, den er unter sein Haupt gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einer Denksäule und goss Öl oben darauf“ (ebd. 18).

Der genaue Leser wird wohl bemerkt haben, dass anfänglich von vielen Steinen, die er unter seinem Haupt legte, während am Ende er den Stein, den einen einzigen Stein nahm, die er unter sein Haupt gelegt hatte, berichtet wird. War es also einen oder mehreren Steine? Read the rest of this entry »


Auch Essaw heiratete eine Nicht-Kenaaniterin (sogar zwei!) – Gastbeitrag

December 2, 2016
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Isaac und Rebecca mit Jakob und Esau – Jan Victors (1652)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Rabbiner Schlomo Hofmeister

Durch reden oder denken allein, kann niemand seinen Charakter verbessern. Gute Absichten und Vorsätze sind zwar ein wichtiger Anfang, genügen aber alleine noch nicht, um tatsächlich nachhaltig irgendetwas zu verändern. Unsere Weisen, sel. A., bringen hierzu das folgende Beispiel: Essaw, der Bruder unseres Stammvaters Jaakow, ist uns allen bekannt für sein grobes und tadelnswertes Wesen. Doch auch er kannte Momente in seinem Leben, in denen er versuchte sich zu bessern, ein guter Mensch zu werden und dem Namen seiner Familie, seinen Grosseltern Awraham und Sara und seinen Eltern Jitzchak und Riwka, durch sein eigenes Le­ben und Be­neh­men Ehre zu bringen. Read the rest of this entry »


Das Grab der Patriarchen, die zweitheiligste Stätte im Judentum

November 24, 2016

579px-Torah,_20th_century,_fabric,_metal,_wood,_paper_-_Saint_Ignatius_Church,_San_Francisco,_CA_-_DSC02570DeutschEin Jahr bevor die UNESCO in einer Reihe von Abstimmungen versuchte, jeg­liche Verbindung des Judentums mit Jeru­salem und dem Tempelberg zu leug­nen, erließ sie am 21.10.2015  bereits eine andere antisemitische Resolution, nach der das Grab der Patriarchen in Hebron eine rein muslimische Stätte ist. Obwohl diese lächerliche Entscheidung der UNESCO nichts an der israelischen Politik ändern wird, und immerhin Israel nachweislich der beste Hüter heiliger Stätten unter­schiedlicher Religionen ist, wurde jener Ort nicht erst in den letzten Jahrzehnten zu einem begehrten Objekt. Read the rest of this entry »


Wenn Lot nicht mehr weiter gehen will – Gastbeitrag

November 18, 2016
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Lot flüchtet mit seinen Töchtern – Albrecht Dürer, ca. 1498

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Dr. Ruth Winkler

In der Parascha dieser Woche finden wir eine Reihe großer Erzählungen über die Urväter und -mütter. Versuchen wir, in den verschiedenen Handlungen einen „roten Faden“ zu finden, lautet der gemeinsame Nenner der Episoden vielleicht so: Wer wird nach Awraham und Sarah das Werk weiterführen? Da geht es auch darum, wer das nicht sein wird. Nicht Jischmael, der Sohn Hagars, sondern Jizchak, der Sohn Sarahs, wird der Erbe Awrahams. Allerdings hat Jischmael nach der Tren­nung noch Chancen und Potential, künftig ein gutes Leben zu führen ─ wenn er mitnimmt, was er bei Awraham gelernt hat, und wenn er auch aus der Krise lernt. Ihm wird vorausgesagt, Stamm­vater vieler Völker zu sein. Was er daraus macht, ist offen. Aber die Chancen sind da. Read the rest of this entry »


Noach – der in seiner Generation als rechtschaffen galt – Gastbeitrag

November 4, 2016
Noach, am Vorabend der Sintflut - John Linell (1848)

Noach, am Vorabend der Sintflut – John Linell (1848)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Rabbiner Schlomo Hofmeister

Raschi wirft hierzu die berühmte Frage auf: Was bedeutet, dass Noach in seiner Generation als rechtschaffen galt? Bedeutet das, wie der talmudische Rabbi Jehuda es interpretiert: nur in seiner Generation – also im Vergleich zur Schlechtigkeit und Verkommenheit seiner Mitmenschen war er noch als rechtschaffen zu bezeichnen? Oder so wie Rabbi Nechemija es sieht: trotz seiner Generation – ungeachtet der Schlechtigkeit seiner Zeitgenossen, die sicherlich einen Einfluss auf ihn hatten, blieb er dennoch rechtschaffen? Read the rest of this entry »


Was ist ein Bund?

September 30, 2016

Austrian-German_Swiss_flags-tinyDer Begriff Bund ist in unserer Parascha ganz groß geschrieben. Ihr alle steht heute vor dem Ewigen … um einzutreten in den Bund des Ewigen … ich schließe diesen Bund und diesen Eid nicht mit euch allein, sondern sowohl mit euch, die ihr heute hier seid …, als auch mit denen, die heute nicht bei uns sind. (Dewarim 29:10-15). Dieser Begriff des Bundes ist dem andächtigen Leser der Tora nicht fremd. Schon mit Noach und später mit Awraham schloss G”tt Bündnisse. Nach dem Auszug aus Ägypten schloss G”tt weitere Bünd­nisse mit unseren frisch aus der Sklaverei befreiten Vorfahren, und nun schließt G”tt wieder einen Bund mit deren Kindern. Was aber ist ein Bund, und was ist das Besonderes an diesem Bund unserer Parascha? Read the rest of this entry »


Theologie: Wie belohnt G”tt uns für die Einhaltung der Mizwot? – Gastbeitrag

September 23, 2016
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Weizenacker nach dem Regen (1890), Vincent van Gogh

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Rabbiner Schlomo Hofmeister

Wann immer die Tora von Belohnung und Bestrafung spricht, werden diese beiden Konzepte in physischen Masstäben beschrieben; so beispielsweise die Zusage, dass es – als Belohnung der Befolgung der Mizwot – zur richtigen Zeit regnen und eine gute Ernte geben wird. Warum spricht die Tora nicht von der weitaus bedeutsameren, der spirituellen Belohnung in der zukünftigen Welt? Read the rest of this entry »


Das Ziel heiligt die Mittel … eben nicht

September 9, 2016

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Austrian-German_Swiss_flags-tinyAls im Jahr 1929 die „Gang“ vom bis dahin berühmten, seither berüchtig­tem Gangster Al Capone sieben Mit­glied­er der irischen „North Side Gang“ um­brachten, wurde der Wunsch nach einer Verhaftung von Al Capone selbst immer lauter. Es fehlte der FBI aber an Beweisen um Al Capone für diese Morde und anderen Verbrechen zu belangen. Schließlich wurde er unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung verhaftet. Damit wurde zwar ein gefährlicher Verbrecher ausgeschal­tet, aber die eigentlichen Verbrechen (unter anderem 33 Morde) wurden nie aufgeklärt. War diese Vor­gang­weise gerecht? Read the rest of this entry »


Die Naturgesetze der Mensch-G”tt Beziehung

September 2, 2016
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Der Prophet Nathan weist König David zurecht ─ Eugène Sibert (1851-1931)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Rabbiner Schlomo Hofmeister

 

Nun schon zum vierten Mal hinter­einander, ist auch in unserem dies­wöch­igen Wochenabschnitt, Paraschat Re’eh, das Hauptthema der schwierige und un­an­genehme Gegenstand von Read the rest of this entry »