Dankbar sein – Gastbeitrag

January 26, 2017
Die Plage der Fliege (ca. 1896-1902) ─ James Jacques Joseph Tissot

Die Plage der Fliege (ca. 1896-1902)
─ James Jacques Joseph Tissot

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Rabbiner Moshe Israilov

Die Paraschat Waera beinhaltet die ersten sieben Plagen (Makot), die G”tt den Ägyptern auferlegte, während er zugleich Pharaos Herz verhärtete. Für die ersten drei Makot sagte G”tt, zu Mosche, er solle Aharon berufen, sie auszuführen (Schemot 7:19). Warum Aharon und nicht Mosche selbst? Read the rest of this entry »


Zum Wochenabschnitt: Wie aus Mosche Mosche wurde

January 18, 2017

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Austrian-German_Swiss_flags-tinyBereits lange vor seiner Ernennung von G“tt zum Retter Israels, zeichnete sich Mosche durch besondere Qualitäten und Verdienste aus. So ertrug er keine Ungerechtigkeit und war bereit, sich dagegen zu wehren. So heißt es: Read the rest of this entry »


Zum Wochenabschnitt: Ein prophetischer Segen

January 12, 2017

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Austrian-German_Swiss_flags-tinyAls Ja’akow alt und krank wurde, fürchtete Josef, dass sein Sterbetag nahe war, und besuchte den Vater zusammen mit seinen zwei Söhnen. Ja’akow fand die Kraft, aufrecht zu sitzen und sprach (Berejschit 48:3-5):

Gott, der Allmächtige, erschien mir zu Lus im Lande Kanaan, und er segnete mich und sprach zu mir: Siehe, ich will dich fruchtbar machen und dich mehren und dich zu einem Haufen Völker machen, und ich will dieses Land deinem Samen nach dir zum ewigen Besitztum geben. Und nun, deine beiden Söhne, welche dir im Lande Ägypten geboren sind, ehe ich zu dir nach Ägypten kam, sollen mein sein; Efraim und Menasche sollen mein sein wie Reuwen und Schim’on.

Der Segen ist kryptisch Read the rest of this entry »


Zum Wochenabschnitt: Ha’od Awi chaj? Lebt mein Vater noch?

January 5, 2017

Joseph mit seinen Brüdern wieder vereint - Franz Anton Maulbertsch 1724
Austrian-German_Swiss_flags-tinyZwei Mal kommen die Brüder Josef vor ihn, um während der Hungersnot Getreide zu kaufen. Zwei Mal verabschieden sie sich, ohne dass er sich ihnen offenbart. Dann lässt Jossef einen silbernen Becher im Gepäck Benjamins verstecken, um ihn des Diebstahls zu beschuldigen. Und wiederum redet er sehr streng mit seinen Brüdern, bis er plötzlich gerührt ist, fast in Ohnmacht zusammenbricht, sich zurückzieht, um zurückzukommen und zu sagen: „Ani Jossef“ – „Ich bin Jossef“. Weshalb diese Wendung, wieso lässt er plötzlich die metaphorische Maske fallen? Read the rest of this entry »


Die Erleuchtung der Seele und die Erwärmung des Herzens – Gastbeitrag

December 27, 2016

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Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Rabbiner Schlomo Hofmeister

Der Baal Schem Tov (1698-1760), der Gründer des osteuropäischen Chassidismus, misst Chanukka eine ganz besondere transzendente Bedeutung bei. Das zentrale Thema von Chanukka ist Licht – ein Sinnbild für die Erleuchtung der Seele und die Erwärmung des Herzens. Die Dunkelheit Read the rest of this entry »


Was tun Jehuda un Tamar in der Josefsgeschichte? – Gastbeitrag

December 22, 2016
Tamar wird zum Brandstapel geführt - Jacopo da Ponte, 1566/67

Tamar wird zum Brandstapel geführt – Jacopo da Ponte, 1566/67

Austrian-German_Swiss_flags-tinyVon Frau Dr. Chani Hinker

Jehuda spielt eine Hauptrolle in beiden Erzählungen, in deren Verlauf er sich von einem herzlosen und skrupel­losen Zyniker zu einem würdigen Mann wandelt, der qualifiziert  ist, nach Ja’akows Tod das Zepter der Herrschaft zu übernehmen.

Als die Brüder das Mordkomplott gegen Jossef schmieden, schlägt Jehuda eine bessere und lukrativere Lösung vor: Welcher Gewinn ist es, dass wir erschlagen unseren Bruder … Kommt, lasst uns ihn verkaufen den Jischmaelitern (Berejschit 37:26-27). Dann ist sein Leben miserabel, brutal und kurz. In 37:32 zwingt Jehuda seinen Vater Ja´akow, den blutgetränkten Rock Jossefs zu identifizieren: “Haker-na – erkenne, ob es der Rock deines Sohnes ist?” Dieser gewissenlose, unbarmherzige Jehuda hat kein Gespür für moralische Verantwortung, was es heißt, ein Bruder oder Sohn zu sein.

Eine wagemutige Frau wird Jehudas Strafe und Wandlung herbeiführen: Tamar. Read the rest of this entry »


Dina blieb eine Gefangene

December 15, 2016
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Schechem fängt Dina – anonymer Künstler aus Italien, 17. Jh.

DeutschZu den tragischsten Ereignissen im Leben des Stammvaters Jakob gehört ganz bestimmt die Vergewaltigung und Entführung seiner Tochter Dina durch den Sohn des Herrn von Schechem. Die Geschichte endet mit einer blutigen Vergeltung während der Rettung Read the rest of this entry »


Die Mazewa – mal geliebt, mal verhasst

December 8, 2016
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Kenaanitische Mazewot in Gezer, Israel (Quelle: Wikimedia Commons, CC license)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyDer Stammvater Jaakow errichtete eine sgn. Mazewa (Berejschit 28:18). Heutzutage verstehen wir unter dem Begriff Mazewa einen Grabstein oder Gedenkstein, aber nicht das ist in diesem Vers gemeint. Viel eher Read the rest of this entry »


E pluribus unum, aus vielen Steinen ein Stein

December 8, 2016
Der Traum Jakobs - Jusepe de Ribera (1639)

Der Traum Jakobs – Jusepe de Ribera (1639)

Austrian-German_Swiss_flags-tinyAls Jaakow auf dem Weg nach Charan unter dem freien Himmel übernächtete, nahm er „von den Steinen jenes Orts und legte sie unter sein Haupt und legte sich an dem Ort schlafen“ (1.B.M. 28:11). Nachdem er in seinem prophetischen Traum die Engel G“ttes auf dem berühmten Leiter hinauf- und hinabstiegen sah, stand „Jakob … am Morgen früh auf und nahm den Stein, den er unter sein Haupt gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einer Denksäule und goss Öl oben darauf“ (ebd. 18).

Der genaue Leser wird wohl bemerkt haben, dass anfänglich von vielen Steinen, die er unter seinem Haupt legte, während am Ende er den Stein, den einen einzigen Stein nahm, die er unter sein Haupt gelegt hatte, berichtet wird. War es also einen oder mehreren Steine? Read the rest of this entry »


Die Aufgabe der Religionen in der Flüchtlingsdebatte

December 2, 2016

JE_cover_2015.inddAustrian-German_Swiss_flags-tinyDie Flüchtlingdebatte spaltet Europa. Bei dieser Debatte beteiligen sich die Religionsgemeinschaften rege, sowohl als Aktivisten, die Flüchtlingen helfen, als auch als Teilnehmer im politischen Prozess. Dabei sind längst nicht alle religiöse Würdenträger gleicher politischen Meinung, und ihre Meinungen lassen sich nicht sauber nach klassischen rechts-links Linien einordnen. Manche machen sehen eine Pflicht, alle Bedürftigen aufzunehmen, andere machen sich sorgen, wie eine erfolgreiche Integration zu ermöglichen und fragen, ob wir überhaupt die Kapazität dafür aufgebaut haben, andere machen sich diesbezüglich wiederum andere gesellschaftliche Sorgen. Gibt es aber eine besondere Aufgabe der Religionen in diesem Dialog? Können die religiöse Würdenträger etwas beitragen, dass besonders mit ihren Verantwortungen als religiöse Vertreter verbunden ist, und gibt es Gebite im Dialog, wo sich sich ein wenig zurückhalten sollen? Das sind die Themen eines Artikel meiner Wenigkeit, der zuletzt erschien. Read the rest of this entry »