Jubiläumsfeier der Ohel-Jacob-Synagoge I

January 8, 2012

DeutschIMG_2955Mittlerweile sind seit dem fünften Jubiläumsfeier unserer Synagoge zwei Monaten vorbei, aber der Tag bleibt von großer Bedeutung. Also bitte ich um Verzeihung, dass mit unserem Umzug und dem neuen Amt ich bisher kaum Zeit hatte, neues zu posten. Anbei meine Rede jenes 9. November-Feier, der in einem zweiten Post später heute mit einige Bilder und Presse-Artikel ergänzt wird.

Von der IKG-München-Webseite:

Der heutige Anlass steht im Zeichen der Zukunft.

Für uns soll der 9. November nicht mehr bloß an die blutigen Vergangenheit Deutschlands und Europas erinnern, sondern auch die neue Blüte, die hier und anderswo wächst: Die Blüte der florierenden Gemeinden, die aus dem Nichts, aus der Asche der Zerstörung wieder neu auflebten.

Ich zittiere die Profezeiung des Profeten Secharja (8:4-5): Es werden noch Greise und Greisinnen in den Straßen von Jerusalem sitzen, ein jeder mit seinem Stabe in seiner Hand vor Menge der Tage. Und die Straßen der Stadt werden voll sein von Knaben und Mädchen, die auf seinen Straßen spielen.

Wir haben nicht nur in der heutigen Zeit erleben dürfen, wie jüdische Greise und Greisinnen in den Straßen von Jerusalem gemütlich sitzen und jüdische Knaben und Mädchen dort spielen, sondern auch hier in München und in anderen Städten wo neue Blüten der jüdischen Gemeinden wieder erblühen. Damit spiegelt unsere Zeit eine andere Profezeiung Secharjas (18:19) wieder Read the rest of this entry »


In der Presse: Synagoge und Facebook

October 30, 2011

DeutschTorah and Facebook(Na ja, eigentlich bin ich auf Google Plus, aber der Titel ist schon gut).

Münchens neuer Rabbiner will die jüdische Kultur stärken – auch über einen Blog im Internet. Von Franziska Brüning, erschienen in der Süddeutschen Zeitung, 18.10.2011, S. R 6.
Arie Folger hat Sinn für Humor. Er habe seine grüne Krawatte mit den hebräischen Schriftzeichen nur angezogen, damit man ihn danach fragt, sagt er. Dann fügt er hinzu, dass er sie als Gedächtnisstütze für seine Predigten benutze. … Er wolle die jüdische Identität stärken, aber auch Offenheit leben, sagt Folger, der selbst einen Blog betreibt und junge Leute auch über die neuenMedien wie Facebook erreichen möchte. Der neue Münchner Rabbi hat den Zwiespalt der modernen Gesellschaft – Zeitmangel und Arbeitsdruck auf der einen Seite und die Sehnsucht vieler Menschen, mal inne halten zu können und nachzudenken, auf der anderen Seite – zu seinem Arbeitsauftrag gemacht. „Wir leben in einer schnellen Welt, da können wir mit unserem Schabbath etwas bieten.

Das vollständige Interview lesen Sie hier.


Ist Rosch haSchaná hart?

October 30, 2011

Deutsch64px-John_E_Fry_Steadicam_Operator_UKUntanè Tókef ist ein liturgisches Gedicht, der im askenasischen Brauch an Rosch haSchaná — und in vielen Gemeinden auch an Jom Kippúr — die Verkündung der Heiligkeit G”ttes, die Keduschá, einführt. Dort heißt es “… Engel erzittern, Angst und Beben fasset sie, und sie sprechen: Siehe, es ist der Tag des Gerichts … wer leben soll und wer sterben, wer das Lebensziel erreiche und wer vor seiner Zeit hingehe, … wer in Ruhe leben, wer in unstät irre, wer in friedlicher Stille, wer mit verwirrtem Sinne, … wer sinken soll und wer emporkommen.”

Herr Marian Offmann, Vize-Präsident der IKG München und Moderator der Sat1-Sendung jüdisches Leben in Bayern, findet das hart. Klicken Sie hier für meine Antwort zu diese und einige andere Fragen zu Rosch haSchaná (Jüdisches Leben in Bayern #5).


Wir ziehen um! — We are Moving

September 13, 2011

Mit Dankbarkeit zu G”tt freuen wir uns anzukündigen, dass wir umziehen. Aus dem Tachles Top News des 13. September 2011:

Rabbiner Arie Folger ist der neue Gemeinderabbiner bei der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. …

Dem Presidium, dem Vorstand und den Mitgliedern der Gemeinde danken wir für das Vertrauen und schauen zuversichtlich auf der gemeinsamen Zukunft.


With gratitude to G”d, it is our great pleasure to announce that we are moving … to Munich, to assume the responsibilities of the senior rabbi and rebbetzin of the Jewish Community of Munich. We greatly thank the Munich Jewish community’s leadership and membership for the trust they put in us, and greatly look forward to our common future, which, with G”d’s help, we will help shape together.


Technologie und jüdisches Lernen

September 11, 2011

Letzte Woche dürfte ich auf Einladung der Jüdischen Gemeinde Pforzheim im Rahmen des Europäischen Tages der jüdischen Kultur einen Vortrag Namens Der Zukunft entgegen vorstellen. Dabei ging es um den Einfluss der modernen Medientechnologien auf dem Judentum. Der Pforzheimer Kurier und die Pforzheimer Zeitung berichteten beide über den Vortrag. Leider finde ich die Artikel nirgens im Netz; anbei die Scans. PS: die wichtigste Quelle im Internet zum Herunterladen von jüdischen Texten, auf der die Reporter sogar indirekt verweisen, ist Hebrewbooks.org, der bereits mehr als 45000 Bände eingescannt hat und diese gebührenfrei zum Lesen oder Downloaden anbietet. Read the rest of this entry »


Rabbi, wie stehen Sie zur Einäscherung?

July 29, 2011

In einem Tachles-Artikel, der heute erschien, efahren wir wie nach der Beerdigung der Urne von Amy Winehouse, sich viele fragen: “wie gehen eine jüdische Beerdigung und eine Urne auf einem jüdischen Friedhof zusammen?” Der Artikel verspricht mit seinem deutlichen Titel zwar viel, “Diskussion nach Beerdigung von Amy Winehouse” heisst es, lässt uns aber über diese Diskussion grösstenteils im Dunkel. Read the rest of this entry »


Audio-Vorträge: Die jüdischen Hauptereignisse des 20. Jahrhunderts

June 1, 2011

Anbei de Audio-Dateien der zwei Vorträge einer Mini-Serie zum Thema der jüdischen Hauptereignisse des 20. Jahrhunderts: “Holocaust und Entstehung des Staates Israel, Wie können wir diesen beiden Ereignissen in unseren Gebeten gerecht werden?” Die Serie wurde am 2. und 8. Mai 2011 in der Schomre Thora Basel präsentiert, und zu jedem Vortrag wurde ein (hoffentlich) passender Psalm gelernt. Read the rest of this entry »


Ode an das Pessachfest und den Frühling

April 10, 2011

Von Rabbiner S.R. Hirsch, Aus der Mappe eines wandernden Juden:

Wie konnten Sie glauben, lieber N., Ihr Brief würde mich noch in meinen vier Pfählen finden; „der Winter ist vorüber, die Blüten zeigen sich, die Sangeszeit ist da“, und Ihren … duldet es zu Hause? Nein, mein Lieber. Schon als Knabe beneidete ich die Ahnen, wenn mir der Vater sie am Sederabend die Sandalen an den Füßen, die Lenden gegürtet, die Wanderstäbe in den Händen, die Brotbündel auf der Schulter vorführte, und das süßeste Charoßeth hätte ich für einen Trunk Bitterwasser hingegeben, hätte ich vierzig Jahre so mit ihnen im Freien, in der frischen Luft der Wüste wandern können! Glaube ich doch fast, Ihr Stubenhocker alle werdet noch einst dort oben für euer Hocken in der Stube zu büßen haben, und wenn Ihr zum Anschauen der Herrlichkeiten des Himmels Einlaß begehret, wird man Euch fragen: habt Ihr die Gottesherrlichkeiten auf Erden geschaut? Beschämt werdet Ihr dann stammeln: das haben wir versäumt!

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Denkmal an die deportierten lörracher Juden

April 8, 2011

Lörracher Denkmal an den deportierten JudenAm 22. Oktober 1940, also vor etwa mehr als 70 Jahren, wurden die lörracher Juden von den Nazis und ihren Anhängern nach Gurs deportiert; Lörrach wurde Judenrein. Dieses Jahr, 2010-2011, wird in Baden-Würtemberg die Erinnerung an die Opfer besonders gross geschrieben. Damals, vor 70 Jahren, wurden nähmlich alle Juden aus dem ganzen Gau Baden nach Gurs deportiert, wo vielen in den schrecklichen Umständen starben, und von wo viele andere in den Ermordungslager verschickt wurden. Wenigen kamen zurück. Read the rest of this entry »


Kann Israel sowohl ein jüdischer als auch ein demokratischer Staat sein?

March 14, 2011

Mein Vortrag an dem Dialog VI der jüdischen Gemeinde Karlsruhe (Einladung hier) ist nun online auf der Webseite jener Gemeinde: Kann Israel sowohl ein jüdischer als auch ein demokratischer Staat sein?.

Die folgende Geschichte, die ich im Vorrag nicht erwähnte, zeigt, das in noch einem Hinsicht, die obige Frage mit einem klaren ja beantwortet werden kann.

Die hebräische Webseite Bechadréj Charejdím berichtet über einen Araber aus Hebron, der von seinem jüdischen Arbeitsgeber mit Cheques bezahlt wurde, die ungenügend gedeckt waren. Der Arbeitsnehmer konnte dem entsprechend seinenLohn nicht einkassieren und sollte den Arbeitsgeber vor dem Gericht anklagen. Weil aberein Gerichtsfall teuer werden und lange dauern könnte, entschied er sich für eine bahnbrechende Einfall: er verklagte den Arbeitsgeber in dem rabbinischen Gerichtshof. Read the rest of this entry »