Hozaa weHachnassa — Bedeutungen und Bräuche des Aus- und Einheben der Tora

February 14, 2017

Torah - חגיגת_החומש

Austrian-German_Swiss_flags-tinyAls wir nach einem einjährigen Aufenthalt am Fuß des Berges Sinai zum Heiligen Land auf­brachen, ertönte ein Schofarschall, der verkündete, dass es nicht mehr verboten war, den Berg zu betreten (cf. Schemot 19:13); der Ort war nicht mehr heilig. Wohin ging die Heiligkeit jenes Ortes, an dem G”tt sich vor hunderttausenden und millionen Menschen mit Donner, Blitz, dichtem Nebel, Feuer und einer nicht aufhörenden Stimme offenbart hatte? Verschwand jene Heiligkeit? Einfach so? Read the rest of this entry »


Halacha zum Wochenabschnitt: Grabbesuche und Bestattungskultur

April 5, 2016

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Austrian-German_Swiss_flags-tinyKönnen Bibelgesetze, die seit Jahrtausende nicht mehr praktiziert werden können, heutzutage noch was bedeuten? Ja, viel, sogar, das uns nahe am Herzen liegt. Read the rest of this entry »


Halacha zum Wochenabschnitt: Nur authentische Pessach-Opfer zum Seder

March 24, 2016

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Austrian-German_Swiss_flags-tinySpielen die religiöse Opfergesetze noch irgendwelche Rolle im heutzutage gelebten Judentum?
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Halacha: Warum die, die am Adar I geboren sind, keine Unglücklichen sind

March 2, 2016

calender - leap day

Austrian-German_Swiss_flags-tinyDer deutsche Mathematiker, Experimentalphysiker und Satirist Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) widmete den armen Seelen, die im gregorianischen Kalender ihren Geburtstag nur alle vier Jahren feiern können, seine Schrift „Trostgründe für die unglücklichen, die am 29sten Februar geboren sind“. Wobei relativ wenig Menschen davon betroffen sind. Schätzungsgemäß sind es etwas mehr als 55000 Deutscher, die an diesen Tag geboren sind. Es entspricht 1/1461 der Bevölkerung.

Nicht so nach dem jüdischen Kalender. Innerhalb eines Zyklus von 19 Jahre fügen wir ganze 7 Schaltmonate hinzu. Die Geburtstage von nicht weniger als 7/235 der jüdischen Bevölkerung sind also vom extra Adar-Monat des jüdischen Schaltjahres betroffen. Wann feiern Schalt-Jahr-Adar-Kinder also ihre Geburtstage? Read the rest of this entry »


Halacha zum Wochenabschnitt: Zeige nicht auf andere, das ist unhöfflich (und zähle sie auch nicht)

February 23, 2016

Half_Shekel

Austrian-German_Swiss_flags-tinyUnser Wochenabschnitt fängt mit einer Verordnung an, wie vorzugehen, wenn eine Volkszählung im Volk Israel durchgeführt werden soll:

Wenn du die Zahl der Kinder Israel ermittelst, so soll ein jeder dem Ewigen ein Lösegeld für seine Seele geben, wenn man sie zählt; damit ihnen nicht eine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden; und zwar soll jeder, der durch die Musterung geht, einen halben Schekel geben, nach dem Schekel des Heiligtums; ein Schekel gilt zwanzig Gera. Der halbe Schekel ist eine Abgabe an den Ewigen. (2. B.M. 30, 12-13)

Auf den ersten Blick geht es hier um eine bedingte Mizwa, also wenn das Volk gezählt werden soll, dann… Das Ziel dieser Volkszählung sei in erster Linie Read the rest of this entry »


Frag den Rabbi: Gibt es ehemalige Juden?

December 7, 2015

Rabbi-CoolClips_vc074807DeutschKann jemand aufhören, Jude zu sein?

Eigentlich nicht. Unsere Weisen lehren ישראל, אף על פי שחטא, ישראל הוא, auch wenn ein Jude sich stark versündigt hat, bleibt er Jude (Sanhedrin 44a).

Und wenn ein Jude aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten ist?

Aus dem Judentum kann man halachisch nicht austreten. Das heißt nicht, dass der Austritt aus der jüdischen Gemeinde bedeutungslos ist. Ohne Mitglieder können die jüdische Gemeinden ihr heiliges Werk nicht finanzieren. Jede und jeder soll נושא בעול חבירו sein, das Joch der Gemeinde zusammen mit den anderen tragen. Gemeinden haben auch das Recht, Read the rest of this entry »


Prusbol: Wieso kann man und wann darf man ein Gesetz umgehen?

September 2, 2015

Deutsch109px-La2-euroUnter den zahlreichen landwirtschaftlichen und sozialen Gesetzen der Tora ist die Schemitta – das Schabbatjahr – vielleicht das radikalste. Ein ganzes Jahr darf in Israel weder gesät noch geerntet werden. Was von alleine wächst, darf nicht beschützt werden, sondern alle Felder und Baumgärten müssen für alle offenstehen, damit arm und reich unmittelbar vom Baum und vom Feld sich ernähren können. Sogar Tiere sollen ungehindert vom Feld essen dürfen. Dadurch betont die Tora die grundlegende Gleichheit aller Menschen. „Was das Schabbatjahr des Landes bringt, sei euch zum Essen, für dich, deinen Knecht, deine Magd, den Tagelöhner und den Beisaßen, die bei dir weilen“ (3. B.M. 25:6): Alle ernähren sich gleich, ohne Rücksicht auf ihren sozioökonomischen Status.

Nach der Mechilta (2. B.M., Abschnitt Mischpatim, § 214), einem halachischen Midrasch, ist es Bestandteil dieser Mitzwa, dass man den Zaun rund um das Feld oder Baumgarten einfach niederreißt, damit alle frei hineingehen können.

Es gibt aber einen dritten Aspekt des Schabbatjahres, der noch radikaler ist, und sowohl in Israel als auch in der Diaspora gilt: Alle sieben Jahren gehen nach dem Religionsgesetz alle Juden im Verhältnis zueinander bankrott! So steht Read the rest of this entry »