September 30, 2016

Das Rosch ha-Schana-Gebet ─ Bernard Picard (1673-1733)
Gastbeitrag von Shmuel Barzilai, Oberkantor der IKG Wien.
Jeder, der sich ein bisschen in der Welt der jüdischen Melodien auskennt, weiß, dass es keine schöneren Melodien als die für die Rosch Ha-Schana- und Jom Kippur-Gebete gibt. Nicht nur die Worte der Gebete, sondern auch die musikalische Umrahmung und die mystischen Klänge führen dazu, dass diese Gebete einer höheren, g’ttlichen Macht entsprungen zu sein scheinen.
Aus den Melodien der Hohen Feiertage klingen die Stimmen von früheren Generationen heraus, die in Herz und Seele dringen und das Antike an den Melodien bezeugen. Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
September 23, 2016

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg besuchte der einst erfolgreiche General Lee des konföderierten Heeres den Bundesstaat Kentucky. Dort traf er eine Frau, die ihm die Überbleibsel eines früher wunderschönen, mächtigen Baumes zeigte. Die Frau erklärte unter bitteren Tränen, wie die Äste und sogar der Stamm des Baumes durch Artilleriefeuer der Unions-Truppen völlig zerstört wurden. Sie schaute Lee an, in der Hoffnung eine Verurteilung des Nordens zu hören, oder wenigstens Anteilnahme für ihren Verlust zu erfahren. Nach kurzem Schweigen aber antwortete Lee: „Fällen Sie ihn, meine liebe Frau, und vergessen Sie ihn. Es ist besser, die Ungerechtigkeit der Vergangenheit zu vergessen und vergeben, als ihr zu erlauben, sich tiefer einzuwurzeln und das ganze weitere Leben zu vergiften.“ (aus: Lee – The Last Years von Charles Bracelen Flood)
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Posted by Arie Folger
September 23, 2016

Weizenacker nach dem Regen (1890), Vincent van Gogh
Von Rabbiner Schlomo Hofmeister
Wann immer die Tora von Belohnung und Bestrafung spricht, werden diese beiden Konzepte in physischen Masstäben beschrieben; so beispielsweise die Zusage, dass es – als Belohnung der Befolgung der Mizwot – zur richtigen Zeit regnen und eine gute Ernte geben wird. Warum spricht die Tora nicht von der weitaus bedeutsameren, der spirituellen Belohnung in der zukünftigen Welt? Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
September 16, 2016


Wie eine Mizwa, die seit Jahrtausenden nicht umgesetzt wird, zum brennenden Thema der israelischen Politik wurde
Unter den Themen unserer Parascha finden wir eines, das vor einigen Wochen für Aufsehen und heftige Diskussionen in der israelischen Politik sorgte: Das Gesetz der „schönen Kriegsgefangenen“ – die Jefat Toar.
Als Mitte Juli Oberst Eyal Karim zum Oberrabbiner der israelischen Verteidigungskräfte designiert wurde, veröffentlichte die Tageszeitung Yediot Acharonot einen Artikel, in dem behauptet wurde, dass der werdende Oberrabbiner Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
September 16, 2016

Von Rabbiner Schlomo Hofmeister
[Wer derzeit die Synagoge besucht, hört am Ende des Morgengebetes, und in manchen Synagogen auch am Ende des Abendgebetes den Schofarschall, obwohl es noch längst nicht Rosch ha-Schana ist (na ja, “längst” ist relativ). Wieso? Übt man etwas vor dem großen Auftritt? Rabbiner Hofmeister erkundigt Bräuche des Monats Elul und klärt für uns diese zwei Erscheinungen auf. ─AF] Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
September 9, 2016

Eine Synagoge, die für die Hohe Feiertage in Weiß geschmuckt ist.
Von Rabbiner Schlomo Hofmeister
Klar, Teschuwa (Umkehr und Reue) ist wichtig. Deshalb sprechen wir an Jom Kippur acht mal das lange Sündenbekenntnis ‘Al Chet (neun, wenn wir die Nachmittag vor Jom Kippur dazu zählen): eine ellenlange Liste von Sünden, einschließlich solche, die man beging, solche, die man nicht beging, und solche, die man leider geneigt sein könnte, sie begehen zu wollen. Aber sicher reicht ein Tag dafür, wozu sollen wir 10 Bußtage von Rosch ha-Schana bis Jom Kippur haben. Und überhaupt, wozu braucht man noch vor Rosch ha-Schana einen gesamten Monat Elul als Teschuwa-Monat? Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
September 2, 2016
Von Dr. Ruth Winkler

“Consolation” – © Ornorm, @DeviantArt
Nach der Toralesung am Schabbat lesen wir die Haftara, einen Ausschnitt aus den Prophetenbüchern. Während meistens die Haftara einen thematischen Zusammenhang mit dem Wochenabschnitt der Tora hat, gilt um diese Jahreszeit ein anderes Prinzip: An den drei Schabbatot vor dem 9. Av (dem Fasttag, an dem wir der Zerstörung des Tempels gedachten), lasen wir die „drei Haftarot der Vergeltung“ – mahnende Texte, die das jüdische Volk für seine Fehler tadelten und böse Konsequenzen in Aussicht stellten. Nach dem 9. Av, also nachdem die Zerstörung Jerusalems und des Tempels das Thema war, lesen wir die „sieben Haftarot des Trostes“ – Ausschnitte aus dem Buch Jesaja, die davon sprechen, dass Jerusalem nach all dem Schlimmen, das war, getröstet sein soll. Am Ende mündet diese Kette von Texten des Trostes in das Thema der Tschuva, der Umkehr, das zu Rosch haSchana / Jom Kippur im Mittelpunkt stehen wird. Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
September 2, 2016

Der Prophet Nathan weist König David zurecht ─ Eugène Sibert (1851-1931)
Von Rabbiner Schlomo Hofmeister
Nun schon zum vierten Mal hintereinander, ist auch in unserem dieswöchigen Wochenabschnitt, Paraschat Re’eh, das Hauptthema der schwierige und unangenehme Gegenstand von Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
August 26, 2016

Frauen an der Klagemauer – Library of Congress Archives
Von Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg
Das Thema von Lohn und Strafe im Judentum ist ein kompliziertes. In Paraschat Ekew befindet sich der zweite Abschnitt des Schema Jisrael welches mit den Worten beginnt (Dewarim 11:13-15 auszugsweise):
„Wenn ihr auf meine Gebote höret … dann gebe ich euch Regen … dann gebe ich euch Gras für eure Tiere und du wirst essen und satt sein …“
(Nicht zum Thema, aber doch interessant ist im Vers 15 abzulesen, dass ein Mensch zuerst seine Haustiere füttern muss, bevor er selbst isst!) Read the rest of this entry »
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