Halacha zum Wochenabschnitt: Zeige nicht auf andere, das ist unhöfflich (und zähle sie auch nicht)

February 23, 2016

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Austrian-German_Swiss_flags-tinyUnser Wochenabschnitt fängt mit einer Verordnung an, wie vorzugehen, wenn eine Volkszählung im Volk Israel durchgeführt werden soll:

Wenn du die Zahl der Kinder Israel ermittelst, so soll ein jeder dem Ewigen ein Lösegeld für seine Seele geben, wenn man sie zählt; damit ihnen nicht eine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden; und zwar soll jeder, der durch die Musterung geht, einen halben Schekel geben, nach dem Schekel des Heiligtums; ein Schekel gilt zwanzig Gera. Der halbe Schekel ist eine Abgabe an den Ewigen. (2. B.M. 30, 12-13)

Auf den ersten Blick geht es hier um eine bedingte Mizwa, also wenn das Volk gezählt werden soll, dann… Das Ziel dieser Volkszählung sei in erster Linie Read the rest of this entry »


Koscheres Geld (Podcast)

February 15, 2016

Money - Euro bills - 512x768Austrian-German_Swiss_flags-tinyaudio-input-microphoneKoscheres Geld – Jüdische Geschäftsethik am Beispiel des biblischen Zinsverbotes (Audio-Schiur)

Weshalb verbietet die Tora Zinsen für Kredite? Was verbietet die Tora dazu eigentlich, und wie funktionniert man dennoch in einer Geldökonomie? Read the rest of this entry »


Kennt die Existenz nur den Chaos? G”ttliches Vorsehen im Jüdischen Gedankengut (Podcast)

February 14, 2016

Maimonides_1985_Paraguay_stamp_cropAustrian-German_Swiss_flags-tinyaudio-input-microphoneG”ttliches Vorsehen im Gedankengut des Rambams und des Rambans (Maimonides and Nachmanides)
Wie allgegenwärtig ist das g”ttliche Vorsehen (die Haschgachá Peratít)? Nach der bekannten Meinung des Baal Schem Tows wird jedes Blatt, dass von einem Baum am Waldboden fällt oder vom Wind gerüttelt wird, ganz gezielt und direkt vom g”ttlichen Vorsehen gesteuert. Gibt es im Judentum auch andere Verständnisse der Haschgachá Peratít? Read the rest of this entry »


Halacha zum Wochenabschnitt: Baruch Hu uWaruch Schemo

February 11, 2016

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G“tt befiehlt uns im dieswöchigen Wochenabschnitt: We’assu li Mikdasch weschachanti betocham – Und sie werden Mir ein Heiligtum machen, und Ich werde in ihrer Mitte ruhen.

Obgleich der offizielle Tempeldienst hauptsächlich ein Opferdienst war, in dem die Kohanim (Priester) die Opfer des Volkes empfingen und vor G“tt opferten, und Opferfleisch je nach dem von Kohanim und bzw. auch vom Volk festlich und unter Einhaltung besonderer Heiligkeitsgesetze gegessen wurde, erklärt Rabbenu Jona Gerondi (13. Jh., Spanien), dass der Tempel allererst ein Ort des Gebetes war. Seit der Zerstörung des Tempels verlegte sich der Fokus unserer gemeinsamen geistigen Erfahrung auf die lokalen Synagogen. In der Synagoge Read the rest of this entry »


Zum Wochenabschnitt: Nach dem Mehrheitsprinzip in der Halacha entscheiden

February 2, 2016

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Unter den zahlreichen arbeitsrechtlichen, Zivil-, Kriminal- und Ritualgesetzen unseres Wochenabschnittes finden wir auch Gesetze bezüglich der Gerichtshöfe. Eines dieser Gesetze lehrt indirekt, dass nach einem Mehrheitsprinzip Entscheidungen getroffen werden sollen: „Folge nicht nach der Mehrheit zum Bösen, und sage in einer Streitsache nicht so aus, dass du Recht beugst, wenn du dich der Mehrheit anschließest.“(2. B.M. 23:2).

Obwohl ein Mehrheitsprinzip uns im allgemeinem selbstverständlich erscheint, kann es nicht immer angewendet werden, da es Read the rest of this entry »


Frag den Rabbi: Wir missionieren nicht! (Aber warum nicht?)

January 28, 2016

Rabbi-CoolClips_vc074807DeutschFrage: Ich betrachte missionieren als “Sünde”: Wir Juden missionieren nicht. Das ist für mich so klar wie Erbsensuppe. Aber hie und da werde ich von Christen (viele Christen betrachten das für sich als Pflicht) gefragt: Warum tun WIR das eigentlich nicht?

Wir missionieren nicht, weil wir nicht erwarten, dass irgendwann alle Menschen Juden werden. Auch im ‘Alenu-Gebet sprechen wir nur von der allgemeine Anerkennung des einzigen G”ttes, und nicht, dass alle Völker jüdisch werden. Das ‘Alenu-Gebet endet mit dem Vers Read the rest of this entry »


Frag den Rabbi: Wo war G”tt während des Holocausts?

January 26, 2016

Rabbi-CoolClips_vc074807DeutschWo war der jüdische G’tt bei der Schoa?

Erlauben Sie mir nach dem Motto vom als Rabbi Jacob verkleideten Victor Pivert (Die Abenteuer des Rabbi Jacob, 1973), eine Frage mit einer anderen zu beantworten: Wo war G”tt, als gestern ein Baby in Timbuktu tödlich verunglückte? Philosophisch sind beide Fragen gleich. Wenn G”tt alles Böses verhindern muss, dann nicht nur für sechs Millionen, sondern für jeden einzelnen Menschen, denn Leid ist Leid.

Aber dann leben wir nicht in der Welt, die Er erschaffen hat, sondern in einem Disney-Zeichenfilm. Eine Welt ohne Leid ist eine Welt Read the rest of this entry »


Zum Wochenabschnitt: Eine Strategie für den Exodus

January 14, 2016

Book_of_Exodus_Chapter_6-2_(Bible_Illustrations_by_Sweet_Media)Zum WochenabschnittWar es G”ttes Absicht, nach jeder Weigerung des Pharaos, das Volk Israel frei zu lassen, jeweils ad hoc eine neue Plage zu ersinnen, in der Hoffnung, dass nun der Pharao doch nachgeben wird, oder stand die Strategie von Anfang an fest? Read the rest of this entry »


Zum Wochenabschnitt: Eine Klage zweideutigen Verdienstes

January 7, 2016

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Zum WochenabschnittAm Anfang unseres Wochenabschnittes sagt G“tt zu Mosche:

Ich erschien Awraham, Jitzchak und Ja’akow als E–l Schad–dáj (G”tt, der Allmächtige); aber mit meinem Namen Ha-Schém (Ewiger) habe ich mich ihnen nicht offenbart. (2.B.M. 6:3)

Offensichtlich wird Mosche hier mit den Vorvätern verglichen. Aber wird er ihnen im positiven Sinne gegenübergestellt oder im negativen? Read the rest of this entry »


Moses und Achér

December 30, 2015

MosesZum WochenabschnittRebbe Reb Zusja von Anipoli pflegte zu sagen, dass er nicht fürchtet, dass man ihm im Jenseits fragen wird: Zusja, Zusja, wieso warst du nicht so aufrichtig und fromm wie Moses. Nein, auf dieser Frage würde er mit dem Zitat antworten (Dewarím 34:10): Und es stand in Israel kein Prophet mehr auf wie Moses; keiner kann wie Moses sein. Aber, sagte er, er fürchtet, dass man ihm die Frage stellen wird: Zusja, Zusja, wieso wurdest du nicht so aufrichtig und fromm wie Zusja [sein konnte].

Moses war so ausserordentlich, dass keiner sich mit ihm vergleichen kann. Aber, immerhin können wir die Frage stellen, wieso aus Moses ein Moses wurde. Read the rest of this entry »