Der Gebetstourist

March 2, 2009

DeutschWas hat das folgende Thema mit Pèssach zu tun? Na ja, wie kann man, nach dem das Publikum bereits acht Tage Matzen isst, noch während einer Rede wach halten? Der Frühling wird gespürt, und die Leuten traumen doch bereits von den Sommerferien, die sie längst planen, also bleiebn sie erst wach, als wir zusammen von den Ferien traumen dürfen. So entstand die Predigt “Der Gebetstourist”, wobei hoffentlich nachher die Interesse wachst, auch zum 8. mal an Jomtov mit Konzentration und Ernst, aber auch mit Freude und Jubelgesang das Gebet zu beleben.

–Arie Folger, 3. März, ’09 Read the rest of this entry »


Light at the End of the Tunnel

January 21, 2009

flag-uk_usa-tinyReflecting upon the Gaza War and the latest ceasefire, I found hope and inspiration in the following sermon, entitled “Now You Shall See,” written in the aftermath of the Second Lebanon War. That sermon, as well as one entitled “Jüdische Bitachón” (available only in German, sorry), explore what it means, to put one’s trust in G”d.


Licht am Ende des Tunnels

January 21, 2009

flag-ch_de-tinyNach drei Wochen schwieriger Kämpfe, während der die Israelische Verteidigungskräfte der Hamas schwierige Verlusste haben erleiden lassen, haben Israel und nachher Hamas, je einen unlateralen Waffenstillstand ausgesprochen. Einerseits war die israelische Offensive eindruckerweckend, es zeigte sich wieviel die israelische Armee und die politische Führung des Landes von dem zweiten Lebanonkrieg gelernt haben, der ja von vielen als Fehlschlag betrachtet wurde, obwohl er die Hizbollah anscheinend doch lehrte, nicht mehr Israel zu reizen.

Heute aber, erst zwei Tage nach dem Anfang des Waffenstillstandes, berichten die Medien, dass die Schmuggeltunnels bereits wieder in Operation sind. Manche haben das Gefühl, dass die Operation “Gegossenes Blei” kein eindeutiges Erfolg ist; Hamas wurde zwar stark geschwächt, ist aber noch immer dem Terrorrismus gewidmet.

Israel befindet sich also zwar in einer besseren Lage als unmittelbar nach dem zweiten Lebanonkrieg, aber es gibt noch immer dunkle Wolken an der Horizont.

Die Worte eines Predigt namens “Nun wirst Du sehen”, die ich nach dem zweiten Lebanonkrieg schrieb, sind im Nachhinein voraussehend. Deshalb finde ich auch Hoffnung und Inspiration für die Zukunft in diesen Worten. Nachdem ich jene Worte wieder gelesen habe, möchte ich laut verkünden: es gab Licht am Ende des Tunnels, und in der Zukunft wird es noch mehr Licht geben, am Ende des jetztigen metaphorischen Tunnels. Read the rest of this entry »


Die Ägypter von der Verwesung der Getreidestocks retten

December 27, 2008

flag-ch_de-tinyAls die Seleukiden unter Antiochus IV Epiphanes versuchten, das jüdische Volk vom Judentum zu entfernen, verboten sie einige wichtigen Mizwót, auch die Beschneidung. Dass die Beschneidung eine zentrale Rolle in der jüdischen Identität und im jüdischen Selbstverständnis spielt, ist wohl bekannt. Die Beschneidung ist das physische Zeichen des Bundes G”ttes mit dem Stammvater Awrahám und seinen Nachkommen. Im hellenistischen Verständnis der Seleukiden sollte die Nichtbeschneidung den Juden erleichtern, sich zu assimilieren. Wenn wir kein Sonderzeichen in unseren Körpern tragen würden, würden wir – so hofften die Seleukiden – vielleicht auch die Auserwählung Israels verneinen und uns komplett mit den Griechen verschmelzen.

Gibt es aber auch eine zusätzliche Dimension? Symbolisierte die Beschneidung noch etwas, das die Seleukiden nicht wollten? Ein enigmatischer Midrasch aus dem Abschnitt Mikéz bringt uns dazu einen Hinweis. Read the rest of this entry »


Einweihung und Erziehung

December 1, 2008

DeutschDas Wort Chanukká, mit dem wir die Erinnerung an die Wieder­einweihung des Tempels bezeichnen, hängt etymologisch mit Chinnúch ‘Erziehung’ zusammen. In der Tat sind zentrale Themen von Chanukká ebenso zentral für unsere jüdischen Vorstellungen von Erziehung.

In seinem Brief an die Juden in Jemen erwähnt der Rambam (Maimonides) kurz, wie Antiochus Epiphanes versuchte, das Judentum – und damit indirekt das jüdische Volk – zu zerstören: Read the rest of this entry »


Wir dürfen das Licht nicht auslöschen

December 1, 2008

DeutschDie hellen Flammen unserer Chanukká-Menorót sollen das Wunder bei der Wiedereinweihung des Bejt ha-Mikdásch publik machen. Der heidnische Götzendienst, den Antiochus Epiphanes eingeführt hatte, wurde abgeschafft: Alle Götzenbilder und alle Gegenstände, die zu ihrer Verehrung dienten, wurden zerstört, und diejenigen, die das Verbrechen der Entweihung des Bejt ha-Mikdásch begangen hatten, wurden aus Jerusalem und schliesslich auch aus den anderen jüdischen Städten in Israel vertrieben. Das Wunder, dass man ein kleines Fläschchen Öl fand, das noch tahór1 war und die Menorá im Tempel acht Tage brennen liess, kann man als Gottes Zustimmung zur Wiedereinweihung unseres heiligsten Ortes verstehen. Damit stellt sich die Frage, auf welche Weise man sich am besten an dieses Wunder erinnern sollte. Sollen wir das wachsende Staunen derer hervorheben, die das Wunder miterlebten und jeden Tag sahen, dass das Öl noch einen weiteren Tag reichte? Oder sollen wir betonen, dass das Öl überhaupt gefunden wurde, so dass das grösste Wunder am Beginn des Feiertags stattfand? Read the rest of this entry »


Zur Einweihung der Synagoge Lörrach

November 9, 2008

DeutschHeute, an dem 70. Jahrestag der Reichskristallnacht (eigentlich stimmt das nicht ganz. Die Reichskristallnacht war am Vorabend des 16. Marcheschwán 5698, der dieses Jahr, 2008, erst mit dem 13. November zusammenfällt, aber es sind immerhin genau 70 Sonnenjahre vorbei) wurde die neue Synagoge in Lörrach eingeweiht. Ich habe die Ehre gehabt, als rabbinischer Berater, dieses Projekt teilweise mitgestalten zu dürfen – einige Bilder findet man am Ende dieses Blog-Posts – und sprach heute zur Einweihung die folgende Grussbotschaft: Read the rest of this entry »


Financial Regulators Seek Out Choshen Mishpat

October 13, 2008

EnglishThis is just in from Time Magazine. There seems to be a growing interest in Jewish Civil Law (Choshen Mishpat) among economists, politicians and financial regulators, as is evidenced by this Time Magazine article, “The Financial Crisis: What Would the Talmud Do?” by David Van Biema.

I previously explored the conflict between Halakhah and secular civil law, as well as its moral importance, in the following essay:

  • True Freedom of Conscience English
  • Wahre Gewissenfreiheit Deutsch

  • Ist Jom Kippúr festlicher als Rosch haSchaná?

    September 18, 2008

    DeutschRosch haSchaná gilt als richtiger Jomtów, ein Festtag, an dem man besondere Speisen isst und mit Familie und Freunden an dem Festtisch sitzt. Hingegen gilt Jom Kippúr als geistiger Tag, des Sündenbekennens, des Bereuens. Ist es aber vielleicht genau umgekehrt? Ist der Fasttag vielleicht doch festlicher als der Neujahrstag? Die festlichkeit Rosch haSchanás wird in der folgende Predigt, die meinem Buch “Ein lärmendes, reissendes Wildwasser” seinen Namen verleiht, erforscht. Read the rest of this entry »


    Welche Gemeinschaft

    August 28, 2008

    DeutschReligiöse Andacht ist Herzenssache, עֲבוֹדַת הַלֵּב, etwas, was man im Innersten seiner Seele empfindet. Man könnte daraus schliessen, dass sie etwas ist, was man bestens im Privaten praktizieren kann. Wenn jemand sich in der Seele als sehr jüdisch empfindet, darf er vielleicht deshalb damit zufrieden sein, zu beten, wann und wo es ihm gefällt. Ob man sich für das Gebet einem Minján anschliesst oder für das Torálernen ins Bejt Midrásch geht, sollte letztlich keine grosse Rolle spielen. Oder? Read the rest of this entry »