Eine politische Aufgabe für religiöse Würdenträger

April 20, 2016

IMG_20150924_161639
Garten der Religionen in Karlsruhe (zur Illustration)

Austrian-German_Swiss_flags-tiny Seit wohl über ein Jahr diskuttiert Europa non stop über die Flüchtlingspolitik. Wie können religiöse Würdenträger in dieser gesellschaftliche Diskussion einen Beitrag leisten? Manche religiöse Anführer haben sich klar hinter den Flüchtlingen gesetzt, nehmen persönlich an zahlreichen Aktionen zur Hilfeleistung an Flüchtlingen Teil, und fordern eine sehr liberale Flüchtlingspolitik. Andere beschäftigen sich mit den Herausforderungen einer gelungenen Integration. Weitere beschäftigen sich mit dem Extremismus, mit dem Phenomen der Hassprediger und andere Elementen, die den Religionsfrieden bedrohen.

Alle diese Beiträge sind wichtig. Jedoch beeinflüßen sie nur einen Teil des gesellschaftlichen Dialogs: die Freiwilligenarbeit. Doch verfügt die Politik über viel mehr Mittel, kann sie aber nicht gegen dem Willen der Bürger einsetzen. Deshalb versuche ich vorzuschlagen, welche noriginellen Beitrag ausgerechnet geistige Würdenträger in diese Diskussion einfließen lassen können. Diese Gedanke wurde anläßlich der jährlichen Begegnung von Rabbinern und Bischöfen im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit im Stadthaus Hannover (Bericht der Jüdischen Allgemeine) von meiner Wenigkeit vorgestellt, und wurde nun Read the rest of this entry »


Halacha zum Wochenabschnitt: Grabbesuche und Bestattungskultur

April 5, 2016

1280px-Old_Jewish_Cemetery_in_Josefov,_Prague_-_8363

Austrian-German_Swiss_flags-tinyKönnen Bibelgesetze, die seit Jahrtausende nicht mehr praktiziert werden können, heutzutage noch was bedeuten? Ja, viel, sogar, das uns nahe am Herzen liegt. Read the rest of this entry »


Halacha zum Wochenabschnitt: Nur authentische Pessach-Opfer zum Seder

March 24, 2016

800px-Dunedin_lamb_spring_2008

Austrian-German_Swiss_flags-tinySpielen die religiöse Opfergesetze noch irgendwelche Rolle im heutzutage gelebten Judentum?
Read the rest of this entry »


Halacha: Warum die, die am Adar I geboren sind, keine Unglücklichen sind

March 2, 2016

calender - leap day

Austrian-German_Swiss_flags-tinyDer deutsche Mathematiker, Experimentalphysiker und Satirist Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) widmete den armen Seelen, die im gregorianischen Kalender ihren Geburtstag nur alle vier Jahren feiern können, seine Schrift „Trostgründe für die unglücklichen, die am 29sten Februar geboren sind“. Wobei relativ wenig Menschen davon betroffen sind. Schätzungsgemäß sind es etwas mehr als 55000 Deutscher, die an diesen Tag geboren sind. Es entspricht 1/1461 der Bevölkerung.

Nicht so nach dem jüdischen Kalender. Innerhalb eines Zyklus von 19 Jahre fügen wir ganze 7 Schaltmonate hinzu. Die Geburtstage von nicht weniger als 7/235 der jüdischen Bevölkerung sind also vom extra Adar-Monat des jüdischen Schaltjahres betroffen. Wann feiern Schalt-Jahr-Adar-Kinder also ihre Geburtstage? Read the rest of this entry »


Halacha zum Wochenabschnitt: Zeige nicht auf andere, das ist unhöfflich (und zähle sie auch nicht)

February 23, 2016

Half_Shekel

Austrian-German_Swiss_flags-tinyUnser Wochenabschnitt fängt mit einer Verordnung an, wie vorzugehen, wenn eine Volkszählung im Volk Israel durchgeführt werden soll:

Wenn du die Zahl der Kinder Israel ermittelst, so soll ein jeder dem Ewigen ein Lösegeld für seine Seele geben, wenn man sie zählt; damit ihnen nicht eine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden; und zwar soll jeder, der durch die Musterung geht, einen halben Schekel geben, nach dem Schekel des Heiligtums; ein Schekel gilt zwanzig Gera. Der halbe Schekel ist eine Abgabe an den Ewigen. (2. B.M. 30, 12-13)

Auf den ersten Blick geht es hier um eine bedingte Mizwa, also wenn das Volk gezählt werden soll, dann… Das Ziel dieser Volkszählung sei in erster Linie Read the rest of this entry »


Koscheres Geld (Podcast)

February 15, 2016

Money - Euro bills - 512x768Austrian-German_Swiss_flags-tinyaudio-input-microphoneKoscheres Geld – Jüdische Geschäftsethik am Beispiel des biblischen Zinsverbotes (Audio-Schiur)

Weshalb verbietet die Tora Zinsen für Kredite? Was verbietet die Tora dazu eigentlich, und wie funktionniert man dennoch in einer Geldökonomie? Read the rest of this entry »


Kennt die Existenz nur den Chaos? G”ttliches Vorsehen im Jüdischen Gedankengut (Podcast)

February 14, 2016

Maimonides_1985_Paraguay_stamp_cropAustrian-German_Swiss_flags-tinyaudio-input-microphoneG”ttliches Vorsehen im Gedankengut des Rambams und des Rambans (Maimonides and Nachmanides)
Wie allgegenwärtig ist das g”ttliche Vorsehen (die Haschgachá Peratít)? Nach der bekannten Meinung des Baal Schem Tows wird jedes Blatt, dass von einem Baum am Waldboden fällt oder vom Wind gerüttelt wird, ganz gezielt und direkt vom g”ttlichen Vorsehen gesteuert. Gibt es im Judentum auch andere Verständnisse der Haschgachá Peratít? Read the rest of this entry »


Halacha zum Wochenabschnitt: Baruch Hu uWaruch Schemo

February 11, 2016

1280px-Minyan_waiting_for_the_tenth
G“tt befiehlt uns im dieswöchigen Wochenabschnitt: We’assu li Mikdasch weschachanti betocham – Und sie werden Mir ein Heiligtum machen, und Ich werde in ihrer Mitte ruhen.

Obgleich der offizielle Tempeldienst hauptsächlich ein Opferdienst war, in dem die Kohanim (Priester) die Opfer des Volkes empfingen und vor G“tt opferten, und Opferfleisch je nach dem von Kohanim und bzw. auch vom Volk festlich und unter Einhaltung besonderer Heiligkeitsgesetze gegessen wurde, erklärt Rabbenu Jona Gerondi (13. Jh., Spanien), dass der Tempel allererst ein Ort des Gebetes war. Seit der Zerstörung des Tempels verlegte sich der Fokus unserer gemeinsamen geistigen Erfahrung auf die lokalen Synagogen. In der Synagoge Read the rest of this entry »


Is there Order to the World? Providence in Jewish Thought

February 9, 2016

Maimonides_1985_Paraguay_stamp_cropEnglishaudio-input-microphoneProvidence in the Thought of Rambam and Ramban (Maimonides and Nachmanides)
How common is Divine Providence? The view associated with the Ba’al Shem Tov, that every leave that rustles does so by direct and specific Divine Providence, is well known. Is there room for other approaches in Judaism? The approaches of two gigantic Mediaeval Jewish thinkers contrasted and compared. Read the rest of this entry »


What is Modern Orthodoxy (from a radio segment)

February 8, 2016

English64px-John_E_Fry_Steadicam_Operator_UKLast week I was interviewed (in Hebrew) on Tochnit Moreshet of Kol Israel, about a recent conference of rebbetzins that took place in Vienna. Note how I correct the interviewer’s definition of Modern Orthodoxy. Meanwhile, though I said little about the actual rebbetzin conference, all reports I saw or heard confirmed it was great, bringing honor and underlining the professionalism of those dedicated women.