Frag den Rabbi – Warum sind die Juden das auserwählte Volk?

January 27, 2015

Rabbi-CoolClips_vc074807DeutschBetrachten wir die frühe biblische Geschichte, dann fällt auf, dass G”tt längst vor der Auserwählung Abrahams bereits mit Menschen sprach, eine Auserwählung hingegen vor Abraham nirgens zu spüren ist. Tatsächlich lehr Rabbiner Samson Raphael Hirsch, dass nach dem ursprünglichen g”ttlichen Plan es kein auserwähltes Volk geben müsste, sonder die ganze Menschheit heilig sein soll. Alle sollen nach den sieben noachidischen Gebote leben, damit es Frieden, Heiligkeit und Frommikeit auf Erden gäbe. Diese These ist umstritten, aber ich finde, sie entspricht hervorragend der Tatsache, dass bis Abraham,die Bibel universalistisch ist.

Leider scheiterte G”ttes Versuch, die ganze Menschheit vom Anfang an an einem hohen Standard zu halten, vier mal (Adam & Eva, Kain & Abel, die Generation des Sintfluts, die Generation nach dem Sintflut, nämlich die des Babelturms). Da jene g”ttliche Hoffnung sich als zur Zeit aussichtslos erwies, Read the rest of this entry »


Frag den Rabbi – Geflügel mit Milch

January 21, 2015

Rabbi-CoolClips_vc074807DeutschWeshalb gilt für Geflügel ebenso wie für anderes Fleisch die Trennung von Milchigem? Mir wurde gesagt, weil das Geflügelfleisch optisch dem von Rind/Lamm etc. gleicht, und man vom Kleinen auf’s Große schließt. Aber Geflügel säugt doch nicht, so dass ‘ein Kochen des Lammes in der Milch der Mutter’ gar nicht möglich wäre.

Hintergrund

Die Tora verbietet das Essen von Speisen, in denen es sowohl Fleisch- als Milchprodukten gibt, besonders streng, denn im Gegenteil zu andere verbotene Nahrungsmittel verbietet die Tora hier sogar das Kochen. Drei Mal heißt es: Du sollst das Zicklein nicht in der Milch der Mutter kochen. Aus dieser außergewöhnlichen Formulierung lernen wir, dass Fleisch-mit-Milch-Speisen zum Verzehr streng verboten sind, und wir sie sogar nicht kochen dürfen. Jedoch ist Geflügel nicht Teil dieses biblischen Verbotes, denn Geflügel produziert bekanntlicherweise keine Muttermilch.

Ein Erlaß

Jedoch wurde ein Verbot des Verzehrs von Geflügel mit Milchware zur Zeit der Mischna (1.-2. Jh.) rabbinisch erlassen. Weshalb? Read the rest of this entry »


Frag den Rabbi – Propheten in der heutigen Zeit

January 19, 2015

Rabbi-CoolClips_vc074807DeutschGibt es nach dem Judentum heutzutage weiterhin lebende Propheten G-ttes?

Jein. Im Talmud (Bawa Batra 12a) heißt es, seit der (erste) Tempel zerstört, wurde die Prophezeiungsfähigkeit von den Propheten entfernt und den Irren und Kindern geschenkt. Das heißt, dass es schon ab und zu prophetische Einsichte geben kann, aber weh dem, der selber behauptet oder von den anderen behaupten, er sei ein Prophet, denn wenn er kein Kind mehr ist, bleibt nur noch die andere Möglichkeit. Übrigens unterscheidet der Talmud in dieser Hinsicht nicht zwischen jüdischen und nichtjüdischen Propheten.

Wie kommuniziert denn heutzutage G-tt mit seinem Volk? Read the rest of this entry »


Das ist neu! – Frag den Rabbiner

January 19, 2015

Rabbi-CoolClips_vc074807DeutschSeit einigen Wochen beantworte ich immer wieder Fragen in einer Facebook Gruppe Namens Frag den Rabbiner. Wenn ich das so sagen darf, finde ich manche meiner Beiträge (aber längst nicht alle!) gut genug, und interessant, um auf einem permanenteren Medium zu veröffentlichen. Ich habe aso vor, regelmäßig meine interessantesten Beiträge hier zu wieder zu posten. Ich hoffe, Sie, liebe Leser, finden die ebenfalls interessant und werden zur Diskussion beitragen.


Die Schöpfungsgeschichte – Spannung zwischen Torá und Wissenschaft

January 12, 2015

Freezing EggsDeutschaudio-input-microphoneNach der Torá wurde die Welt vor weniger als sechstausend Jahre erschaffen, nach der modernen Kosmologie spricht man von Milliarden Jahren, was sagt das Judentum dazu? Ein Audio-Vortrag Read the rest of this entry »


Widerspricht die Wissenschaft den Glauben an G”tt?

January 5, 2015

Freezing EggsDeutschaudio-input-microphoneWiderspricht die Wissenschaft der Glaube an G”tt? Ein zweiteiliger Audio-Vortrag Read the rest of this entry »


Familienplanung wörtlich auf Eis

November 16, 2014

DeutschFreezing EggsTechnologiefirmen im Silicon Valley und anderswo denken sich inzwischen merkwürdige Extraleistungen für ihre Angestellten aus. Facebook-Mitarbeiter können ihr Fahrrad reparieren lassen oder den Friseur an den Schreibtisch bestellen, bei Dropcam können Angestellte ihre Freunde zu einem Hubschrauberflug einladen, und bei Google gibt es Nap Pods, eine Mischung aus Raumschiff und Kokon, in dem die Beschäftigten zwischendurch ein Nickerchen machen können.

Die jüngsten Offerten von Apple und Facebook sind nun ebenso umstritten wie schlagzeilenträchtig: Diese Firmen bezahlen ihren Mitarbeiterinnen »Social Freezing«, das heißt, sie können ohne medizinische Indikation Eizellen einfrieren lassen.

Lesen Sie meine Gedanken dazu in der Jüdischen Allgemeine.


A Well Trodden Path Out of the Conversion Law Impasse

November 4, 2014

Mikve_naia_3EnglishSince the conversion reform law of MK Elazar Stern passed its first reading, tensions have been rising between proponents and opponents of the law. The most succinct exhibit of those tensions is that Chief Rabbis Yitzhak Yosef and David Lau told Prime Minister Benjamin Netanyahu on Tuesday that the chief rabbinate would not recognize conversions performed by municipal chief rabbis under the terms of the proposed legislation. Rabbi David Stav, in turn, heavily criticized the chief rabbis, adding that „The person running the chief rabbinate today is Arye Deri. He decides who is a Jew and who is not, who is a rabbi and who is not.“

Stav further threatened that the law could pass and new conversion courts could effectively operate without the chief rabbis’ cooperation. This may be his strongest attack on the Chief Rabbinate of Israel to date; it is an outright declaration of war.

We are at an impasse. But there is a good and healthy way out.

Read the rest of my Op-Ed at the Jerusalem Post, or Click to See a Scan of the Article and Read the rest of this entry »


Wir gedenken Rabbi Ovadia Yosef

October 28, 2014

DeutschHarav_Ovadia_YosefVor einem Jahr und einem Tag (nach dem jüdischen Kalender) verlor die jüdische Gemeinschaft einen großen Mann, halachische Entscheider, politische Führer, rabbinischer Richter, Gründer einer Bewegung, Befürworter serfardischer Stolz, Oberrabbiner Israels, Rabbi Ovadia Yosef. Anbei eine kurze Skizze, wie ich sie im Züge seines letzten Weges im ORD-Magazin veröffentlichte.

Viele Menschen träumen davon, ihre Spuren auf der Welt zu einzuprägen. In ihrem Bestreben nach Unsterblichkeit haben Herrscher und Despoten imposante Gräber, prachtvolle Paläste und uneinnehmbare Festungen gebaut. Während ihre Mittel mehr bescheiden sind, haben Künstler ebenfalls Wege gefunden, um ihre Spuren zu hinterlassen, ob in der Form tiefen Abhandlungen, rührenden Gedichte oder verblüffenden Gemälde. Philanthropen habe sie oft übertroffen, in dem sie ihre Spuren in den Herzen der Menschen einpflanzten, die von ihrer Großzügigkeit lange nach ihrem Tod erzählten. Aber selten ist die Person, die in diesen Bemühungen erfolgreich war, und noch seltener ist die, die ihre Marke in allen drei Bereichen hinterließ. Read the rest of this entry »


Respecting, Caring for and Helping the Convert

October 28, 2014

Mikve_naia_3EnglishFamous Tanach expert Rav Yoel Bin Nun once said he is saddened when people sing the popular song vesamachta bechagecha vehayita ach sameach, which is rather surprising, since all the song is about is to repeat the mantra, lifted from parts of two biblical verses, that convey “you shall rejoice on your holiday and be gladdened.” What can be sad about that? Rav Yoel Bin Nun explained that his sadness stemmed from a misuse of the verses, as the thing which is to gladden us is (Deuteronomy 16:14-15):

And you shall rejoice in your feast, you, and your son, and your daughter, and your manservant, and your maidservant, and the Levite, the stranger, and the fatherless, and the widow, that are within your gates. … and you shall be gladdened

When we rejoice together with the poor, the weak, the downtrodden, the lost souls and those who wish to be part of our holy nation but have no Jewish parents or siblings with whom to celebrate the holidays, then we shall legitimately be gladdened. (Rav Yoel Bin Nun would want us to sing the first verse in its entirety. I tried it, but it is hard to fit to the tune 32px-Sert_-_sad_smile.svg.)

This is one of the many instances in which we are enjoined to help, support, protect and respect the convert. Following in the wake of a scandal in Washington DC, in which cameras were allegedly installed in a women’s mikve, a number of articles have been penned in support of converts, particularly female converts, and the challenges they face in the course and procedures of conversion. In this post, I would like to address one of those articles, A Bill of Rights for Jewish Converts by Bethany S. Mandel. In a different post, I address A Modest Proposal for Women’s Conversion by Michal Tikochinsky. Read the rest of this entry »