Religiöse Andacht ist Herzenssache, עֲבוֹדַת הַלֵּב, etwas, was man im Innersten seiner Seele empfindet. Man könnte daraus schliessen, dass sie etwas ist, was man bestens im Privaten praktizieren kann. Wenn jemand sich in der Seele als sehr jüdisch empfindet, darf er vielleicht deshalb damit zufrieden sein, zu beten, wann und wo es ihm gefällt. Ob man sich für das Gebet einem Minján anschliesst oder für das Torálernen ins Bejt Midrásch geht, sollte letztlich keine grosse Rolle spielen. Oder? Read the rest of this entry »
Welche Gemeinschaft
August 28, 2008Gedanken zur asiatischen Flutwelle
August 19, 2008Gott wirkt durch die Natur1
Es ist typisch für den Menschen, zu denken, er sei weise, so wie es auch typisch für unsere moderne Gesellschaft ist, zu meinen, dass unsere Gesellschaft, die der Welt in den letzten vierhundert Jahren eine Revolution des Wissens gebracht hat, alles verstehen könne. Aber König Schelomó schrieb: אַל־תִּתְחַכַּם יוֹתֵר ‘mache dich nicht zu weise’ (Kohèlet 7:16).
Das Leben ist nicht so einfach, und immer wieder wird der Mensch daran erinnert, dass das Leben kompliziert ist. Leider ist es aber auch eine Eigenschaft des Menschen, dass eines für ihn noch schlimmer ist, als nicht zu verstehen – nämlich, etwas zu verstehen und dadurch in sich Unbehagen zu erzeugen. Am liebsten sollte das Wissen nicht das Gewissen ansprechen.
Diese menschlichen Eigenschaften sind universell, doch kommen sie jetzt gerade mehr in der westlichen Welt vor. In diesem Sinne finde ich die schönen, emotionalen und tiefen Worte, die Bundespräsident Samuel Schmid im Berner Münster gesprochen hat, bewundernswert. Auf das Buch Ijów gestützt, hat er versucht, gegenüber den trauernden Betroffenen der Katastrophe in Südasien das Beileid des Schweizer Volkes auszudrücken. Read the rest of this entry »
Neue Snack- und Süssigkeiten-Koscherliste
August 15, 2008
Anfang Juli wurde angekündigt, dass es eine neue IGB-Liste der koscheren Snacks- und Süssigkeiten gibt. Sie können diese auch hier herunterladen.
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Von Tahará zu Keduschá
August 14, 2008
Zur Definition des Begriffs der Reinheit1
Das Judentum ist in seinen religiösen und kulturellen Aspekten sehr relevant für unsere heutige Zeit. Jedoch ist es nicht so einfach, das Judentum zu verstehen und in unserer modernen Welt anzuwenden, da unsere Religion im Orient offenbart wurde und viele ihrer Begriffe recht schwierig zu beschreiben sind, wenn wir uns auf westliche Begriffsmodelle beschränken.
Zu diesen Begriffen, die bisher nicht besonders gut ins Deutsche übersetzt worden sind, gehören tamé’ und tahór und die zugehörigen Substantive Tum’á und Tahará. Üblicherweise werden sie mit „unrein“ und „rein“ bzw. „Unreinheit“ und „Reinheit“ wiedergegeben. Read the rest of this entry »
Announcing My New Blog
August 14, 2008
For the last two plus years I have maintained my web site at http://www.ariefolger.googlepages.com. However, that web site is static and neither lends itself to interaction with you, dear web surfer, nor does it lend itself to quick updating. This blog will therefore henceforth be where the action is. Both new material and already published material will be made available for commenting upon, and the blog will generally be updated more often than the old site, which will remain active, however, while it is slowly supplanted. Read the rest of this entry »
Das korrumpierende Böse
August 12, 2008
Wenn das Böse in reiner, ungemilderter Form auftritt, ist es abschreckend, verabscheuungswürdig und abscheulich. Wir scheuen vor der Begegnung mit diesem Bösen zurück, das wir mit unserem angeborenen inneren moralischen Auge leicht erkennen. Die schlimmsten Scheusale der Geschichte – sei es Par‘ó, ‘Amalék, Sanchèriw, Newusaradán, Hamán, Chmelnizki, Stalin oder Hitler – sind so abschreckend, dass wir keine Spur von Sympathie für sie haben und schwer verstehen können, wie sie überhaupt Einfluss haben konnten – obwohl sie tragischerweise tatsächlich Menschen dazu brachten, sich an ihren bösen Taten zu beteiligen. Ist das reine Böse das grösste Übel, das uns und unsere Gesellschaft zu korrumpieren droht, oder kann es auch ein geringeres, aber doch gefährlicheres Übel geben, das droht, das Gefüge einer moralischen Gesellschaft zu zerstören? Read the rest of this entry »
Nachmanides’ Schmetterling
August 4, 2008
Seit den 60er Jahren vertritt James Lovelock, ein international anerkannter Wissenschaftler, seine grosse einheitliche Theorie des Lebens auf der Erde, die Gaia-Hypothese. Prof. Lovelock betrachtet alles auf der Erde, sowohl Organismen als auch leblose Materie, als einen Superorganismus, der nach Gleichgewicht strebt. Im allgemeinen wird das erwünschte Gleichgewicht erreicht, aber es kann manchmal vorkommen, dass das ganze irdische System nach einer Serie von kleinen Veränderungen aus den Fugen gerät. Das neue Gleichgewicht, das sich danach wieder einstellt, ist gewiss ganz anders als jeder frühere Zustand. Read the rest of this entry »
Augenblicke der Grösse
August 3, 2008
Ben ‘Asáj lehrt: אֵין לְךָ אָדָם שֶׁאֵין לוֹ שָׁעָה וְאֵין לְךָ דָבָר שֶׁאֵין לוֹ מָקוֹם ‘es gibt keinen Menschen, der nicht seine Stunde, und kein Ding, das nicht seinen Ort hätte’ (Mischná Pirkéj Awót 4:3).
Jedem Menschen werden in seinem Leben einige Augenblicke der Grösse gewährt, einige Gelegenheiten, sein Leben für immer zu verändern. Scheinbar kleine Entscheidungen können eine langfristige Wirkung haben. Aber man erkennt die Bedeutung des Augenblicks nicht immer ganz, und das, worauf sich unsere Entscheidung bezieht, wird auch nicht immer genügend geschätzt. Read the rest of this entry »
Ehrliche Verkaufer sein
August 1, 2008
Lasst uns ehrliche Verkäufer sein1
Was bedeutet es, jüdisch zu sein? Ist das Judentum eine Religion? Eine ethnische Gruppe? Eine Kultur? Diese Fragen sind in den letzten Jahren besonders schwierig geworden. Es gibt eine wachsende Zahl von Nichtjuden, die durch die „Grossvater-Klausel“ des israelischen Rückkehrgesetzes (die aus einer Gesetzesänderung von 1970 stammt) israelische Bürger wurden, und mittlerweile beträgt die Zahl der nichtjüdischen ‘Olím 300’000-500’000.2 Read the rest of this entry »
Torá und Vergebung im Dienst der Einheit
August 1, 2008
Jom Kippúr ist der Höhepunkt eines vierzigtägigen Prozesses, der mit Rosch Chódesch Elúl begonnen hat. Diese Tage sind voller symbolischer Bedeutung.
Wie Sie wahrscheinlich wissen, kommt die Zahl vierzig in der schriftlichen und mündlichen Torá recht oft vor: Read the rest of this entry »
Posted by Arie Folger 
