
Als im Jahr 1929 die „Gang“ vom bis dahin berühmten, seither berüchtigtem Gangster Al Capone sieben Mitglieder der irischen „North Side Gang“ umbrachten, wurde der Wunsch nach einer Verhaftung von Al Capone selbst immer lauter. Es fehlte der FBI aber an Beweisen um Al Capone für diese Morde und anderen Verbrechen zu belangen. Schließlich wurde er unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung verhaftet. Damit wurde zwar ein gefährlicher Verbrecher ausgeschaltet, aber die eigentlichen Verbrechen (unter anderem 33 Morde) wurden nie aufgeklärt. War diese Vorgangweise gerecht? Read the rest of this entry »
Das Ziel heiligt die Mittel … eben nicht
September 9, 2016Der lange Weg des Trostes – Gastbeitrag
September 2, 2016
“Consolation” – © Ornorm, @DeviantArt
Nach der Toralesung am Schabbat lesen wir die Haftara, einen Ausschnitt aus den Prophetenbüchern. Während meistens die Haftara einen thematischen Zusammenhang mit dem Wochenabschnitt der Tora hat, gilt um diese Jahreszeit ein anderes Prinzip: An den drei Schabbatot vor dem 9. Av (dem Fasttag, an dem wir der Zerstörung des Tempels gedachten), lasen wir die „drei Haftarot der Vergeltung“ – mahnende Texte, die das jüdische Volk für seine Fehler tadelten und böse Konsequenzen in Aussicht stellten. Nach dem 9. Av, also nachdem die Zerstörung Jerusalems und des Tempels das Thema war, lesen wir die „sieben Haftarot des Trostes“ – Ausschnitte aus dem Buch Jesaja, die davon sprechen, dass Jerusalem nach all dem Schlimmen, das war, getröstet sein soll. Am Ende mündet diese Kette von Texten des Trostes in das Thema der Tschuva, der Umkehr, das zu Rosch haSchana / Jom Kippur im Mittelpunkt stehen wird. Read the rest of this entry »
Die Naturgesetze der Mensch-G”tt Beziehung
September 2, 2016
Der Prophet Nathan weist König David zurecht ─ Eugène Sibert (1851-1931)
Von Rabbiner Schlomo Hofmeister
Nun schon zum vierten Mal hintereinander, ist auch in unserem dieswöchigen Wochenabschnitt, Paraschat Re’eh, das Hauptthema der schwierige und unangenehme Gegenstand von Read the rest of this entry »
Umkehr lohnt sich! – Gastbeitrag
August 26, 2016
Frauen an der Klagemauer – Library of Congress Archives
Von Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg
Das Thema von Lohn und Strafe im Judentum ist ein kompliziertes. In Paraschat Ekew befindet sich der zweite Abschnitt des Schema Jisrael welches mit den Worten beginnt (Dewarim 11:13-15 auszugsweise):
„Wenn ihr auf meine Gebote höret … dann gebe ich euch Regen … dann gebe ich euch Gras für eure Tiere und du wirst essen und satt sein …“
(Nicht zum Thema, aber doch interessant ist im Vers 15 abzulesen, dass ein Mensch zuerst seine Haustiere füttern muss, bevor er selbst isst!) Read the rest of this entry »
Wenn unsere eingenen Worte uns mahnen – Gastbeitrag
August 26, 2016
Von Rabbiner Schlomo Hofmeister
Der zweite Abschnitt des Schma Jissraël stammt aus unserer Paraschat Ekew. Darin werden wir aufgefordert, dem Lieben G’tt „zu dienen“ mit unserem „ganzen Herzen“. (Dewarim 11:13)
Unsere Weisen fragen im Talmud: „Was ist diese Awoda sche-ba-Lew – dieser Dienst des Herzens? Das ist das Gebet!“ (Talmud, Ta’anit 2a) Was bedeutet dieses sonst allgemein bekannte Konzept? Wie ist der Begriff des Dienens mit Gebet gleichzusetzen? Read the rest of this entry »
Die zehn Worte bleiben hochmodern
August 18, 2016
Eine Umfrage, die im Jahr 2008 in der Schweiz durchgeführt wurde, hat ergeben, dass ein wenig mehr als die Hälfte der Befragten es für zulässig halten, bei einem potentiellen Sexualpartner Annäherungsversuche zu machen, obwohl er oder sie offenbar gebunden ist, z.B. deutlich sichtbar einen Ehering trägt. Die Mehrheit der Befragten fand, dass es ganz in der Verantwortung der Person mit festem Partner liegt, ob sie auf die Annäherungsversuche Dritter eingeht oder nicht. Read the rest of this entry »
Parascha: Von Unterschieden lernen – Gastbeitrag
August 17, 2016
Von Rabbiner Schlomo Hofmeister
In unserer dieswöchigen Parascha, wiederholt die Tora noch einmal die Auflistung der Asseres Ha-Dibros ─ Die Zehn Gebote. Einerseits ist diese nochmalige Auflistung jener, wie auch vieler anderer Gebote und Vorschriften in Buch Dewarim, an die junge Generation gerichtet, die bei der Offenbarung der Tora 40 Jahre zuvor noch nicht geboren war. Damit betont Mosche, dass der Gesetzesbund der Tora zwar in der Generation des Auszugs aus Ägypten geschlossen wurde, jedoch auch für die danach geborene, sowie für alle zukünfitgen Generationen Gültigkeit hat. Gleichzeitig werden uns aber dadurch, bei genauerer Analyse, auch tiefere Aspekte und Konzepte im Zusammenhang mit den Geboten und Verboten der Tora vermittelt, denn der Text Read the rest of this entry »
Parascha: Welche Qualitäten sind für Leadership erforderlich? (aber kaum vorhanden!)
August 12, 2016
Moses segnet Joschua vor dem Hohepriester James Tissot (18321902)
Mosche ist dem nahen Ende seines Lebens sehr bewusst. Bereits in Paraschat Pinchas bat er G”tt, einen Nachfolger auszuwählen, der nach ihm das Volk führen würde. Daraufhin befahl G”tt Mosche, Jehoschua bin Nun als Führer zu ernennen (Bamidbar 27:15-23). Jehoschua ist eine sui generis, eine einzigartige Persönlichkeit, die eher mit Mosche als mit den üblichen Anführern zu vergleichen ist. Dies vermitteln Read the rest of this entry »
Die Heiligkeit hinter dem Vorhang – Gastbeitrag
August 4, 2016Von Rabbiner Schlomo Hofmeister

Rekonstruktion der Innenansicht des Hejchals im 1. Bejt ha-Mikdasch – (c) Temple Insitute
Der Toraschrein ist der heiligste Ort der Synagoge. In der aschkenasischen Tradition wird er so wie die „Bundeslade“ des Bejt ha-Mikdasch (der Tempel Jerusalems) Aron Ha-Kodesch genannt (vgl. Melachim II 35:3); in der sephardischen Tradition wird er entsprechend dem zentralen Gebäude des Bejt Ha-Mikdasch als Hejchal bezeichnet (vgl. Schmuel I 3:3). Zu jedem Aron Ha-Kodesch gehört auch immer ein Parochet, der ─ in Anlehnung an den gleichnamigen Vorhang im Bejt Ha-Mikdasch ─ als wichtige Abgrenzung zwischen der Heiligkeit des Synagogenraums und der erhöhten Heiligkeit des Aron Ha-Kodesch dient (Schulchan Aruch Orach Chaim 154:3, Rema 154:6, Magen Avraham 147:10).
Es gibt auch weitere strukturelle Parallelen der synagogalen Architektur und Einrichtung Read the rest of this entry »
Weiterbildung, damit die Ausbildung nicht wiederholt werden muss
April 21, 2016
In der Jüdischen Allgemeine erschien soeben mein jüngster Aufsatz zu Pessach: Harte Schule in Ägypten.
Wofür wurden wir in Ägypten versklaft, und was für eine Bedeutung hat dies noch heute?
Die zentrale Gedanke des Artikels basiert auf Schiurim von Rabbiner Menachem Leibtag.
Posted by Arie Folger 
