February 2, 2016

Unter den zahlreichen arbeitsrechtlichen, Zivil-, Kriminal- und Ritualgesetzen unseres Wochenabschnittes finden wir auch Gesetze bezüglich der Gerichtshöfe. Eines dieser Gesetze lehrt indirekt, dass nach einem Mehrheitsprinzip Entscheidungen getroffen werden sollen: „Folge nicht nach der Mehrheit zum Bösen, und sage in einer Streitsache nicht so aus, dass du Recht beugst, wenn du dich der Mehrheit anschließest.“(2. B.M. 23:2).
Obwohl ein Mehrheitsprinzip uns im allgemeinem selbstverständlich erscheint, kann es nicht immer angewendet werden, da es Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
January 28, 2016

Frage: Ich betrachte missionieren als “Sünde”: Wir Juden missionieren nicht. Das ist für mich so klar wie Erbsensuppe. Aber hie und da werde ich von Christen (viele Christen betrachten das für sich als Pflicht) gefragt: Warum tun WIR das eigentlich nicht?
Wir missionieren nicht, weil wir nicht erwarten, dass irgendwann alle Menschen Juden werden. Auch im ‘Alenu-Gebet sprechen wir nur von der allgemeine Anerkennung des einzigen G”ttes, und nicht, dass alle Völker jüdisch werden. Das ‘Alenu-Gebet endet mit dem Vers Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
January 26, 2016

Wo war der jüdische G’tt bei der Schoa?
Erlauben Sie mir nach dem Motto vom als Rabbi Jacob verkleideten Victor Pivert (Die Abenteuer des Rabbi Jacob, 1973), eine Frage mit einer anderen zu beantworten: Wo war G”tt, als gestern ein Baby in Timbuktu tödlich verunglückte? Philosophisch sind beide Fragen gleich. Wenn G”tt alles Böses verhindern muss, dann nicht nur für sechs Millionen, sondern für jeden einzelnen Menschen, denn Leid ist Leid.
Aber dann leben wir nicht in der Welt, die Er erschaffen hat, sondern in einem Disney-Zeichenfilm. Eine Welt ohne Leid ist eine Welt Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
December 30, 2015


Rebbe Reb Zusja von Anipoli pflegte zu sagen, dass er nicht fürchtet, dass man ihm im Jenseits fragen wird: Zusja, Zusja, wieso warst du nicht so aufrichtig und fromm wie Moses. Nein, auf dieser Frage würde er mit dem Zitat antworten (Dewarím 34:10): Und es stand in Israel kein Prophet mehr auf wie Moses; keiner kann wie Moses sein. Aber, sagte er, er fürchtet, dass man ihm die Frage stellen wird: Zusja, Zusja, wieso wurdest du nicht so aufrichtig und fromm wie Zusja [sein konnte].
Moses war so ausserordentlich, dass keiner sich mit ihm vergleichen kann. Aber, immerhin können wir die Frage stellen, wieso aus Moses ein Moses wurde. Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
December 7, 2015

Kann jemand aufhören, Jude zu sein?
Eigentlich nicht. Unsere Weisen lehren ישראל, אף על פי שחטא, ישראל הוא, auch wenn ein Jude sich stark versündigt hat, bleibt er Jude (Sanhedrin 44a).
Und wenn ein Jude aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten ist?
Aus dem Judentum kann man halachisch nicht austreten. Das heißt nicht, dass der Austritt aus der jüdischen Gemeinde bedeutungslos ist. Ohne Mitglieder können die jüdische Gemeinden ihr heiliges Werk nicht finanzieren. Jede und jeder soll נושא בעול חבירו sein, das Joch der Gemeinde zusammen mit den anderen tragen. Gemeinden haben auch das Recht, Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger
December 2, 2015

Das Leben Jakobs können wir in drei Abschnitten einteilen. Nach seiner Kindheit und Jugend, die im Abschnitt Toledot erzählt wird, verweilt er zwanzig Jahre in Charan, wo er heiratet, fast all seine Kinder geboren werden und er sein Vermögen aufbaut. Den dritte Abschnitt bilden seine Jahren in Israel und Ägypten, wo seine Kinder erwachsen werden und im Mittelpunkt stehen. Die Tora führt diesen dritte Abschnitt mit den Worten (1. B.M. 37, 2) „Ejlè Toledót Ja’aków“ – das ist die Geschichte Jakobs – auf dem unmittelbar Josef erwähnt wird: Ejlè Toledót Ja’aków, Josséf ben schewá’-essréj Schaná – Josef war siebzehn Jahr alt, usw.
Da das Wort Toledot aber auch „die Kinder von“ heißt, hätten wir erwarten dürfen, dass Reuben und die übrigen neuen älteren Geschwister Josefs auch, und sogar zuerst erwähnt werden. Read the rest of this entry »
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Posted by Arie Folger