
Jaakow und Essaw waren Zwillingsbrüder, von denen Essaw der Erstgeborene war. Vom frühen Leben dieser Zwillinge berichtet die Tora uns lediglich über die Schwangerschaft ihrer Mutter (1.B.M. 25, 21-23), ihre Geburt (ebd. 24-26), wie Jaakow das Erstgeburtsrecht von Essaw abkaufte (ebd. 29-34) und wie Jaakow Jahre später mit einer cleveren Täuschung schließlich den Segen seines Vaters bekam, der für Essaw bestimmt war (ebd. Kap. XVII).
Nur diese vier Geschichten werden uns erzählt, bevor Jaakow das Elternhaus verließ. Daher sind diese Geschichten vermutlich von großer Bedeutung. Zweimal eignete sich Jaakow Privilegien seines Bruders durch clevere Tricks an. Welche Lehre haben wir aus diesem Betrug zu entnehmen? Heißt das, dass – G“tt behüte – das Volk Israel durch Betrug und Ungerechtigkeit gegründet wurde? Read the rest of this entry »
Posted by Arie Folger 
Unter den zahlreichen landwirtschaftlichen und sozialen Gesetzen der Tora ist die Schemitta – das Schabbatjahr – vielleicht das radikalste. Ein ganzes Jahr darf in Israel weder gesät noch geerntet werden. Was von alleine wächst, darf nicht beschützt werden, sondern alle Felder und Baumgärten müssen für alle offenstehen, damit arm und reich unmittelbar vom Baum und vom Feld sich ernähren können. Sogar Tiere sollen ungehindert vom Feld essen dürfen. Dadurch betont die Tora die grundlegende Gleichheit aller Menschen. „Was das Schabbatjahr des Landes bringt, sei euch zum Essen, für dich, deinen Knecht, deine Magd, den Tagelöhner und den Beisaßen, die bei dir weilen“ (3. B.M. 25:6): Alle ernähren sich gleich, ohne Rücksicht auf ihren sozioökonomischen Status.

